011 Staffel Change Management Teil 2 - Veränderung ankündigen, Verlustaversion

Episode von Faust und Taube – Konflikte im Team lösen als Führungskraft von Angelo Brandl | Mediator, Coach und Trainer · 7. Oktober 2026 · 13 min

Ein neues Dienstzimmer. Mehr Platz. Bessere Luft. Und plötzlich vermissen alle das alte.

In dieser Folge geht es um eine Rechnung, die in jedem Kopf läuft. Auch in deinem. Nur nicht auf dem Papier.

Du erfährst, warum gute Nachrichten Widerstand erzeugen können. Warum ein Raum gemütlich wird, sobald man ihn verlassen soll. Und warum der wichtigste Satz einer Ankündigung der ist, den du am liebsten weglassen würdest.

Am Ende hast du eine Aufgabe. Sie verändert nichts. Nur die Reihenfolge.

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Drei Reflexionsfragen für dich:

​Welche Neuerung stockt gerade, und was genau müssten die Betroffenen dafür aufgeben?

​Wann hast du zuletzt eine Veränderung angekündigt und nur über Vorteile gesprochen?

​Welche Kleinigkeit könntest du bewusst erhalten, gerade weil sie sachlich unbedeutend ist?

Goldnuggets

​Verluste wiegen etwa doppelt so schwer wie gleich große Gewinne. Menschen bewerten nicht Zustände, sondern Veränderungen gegenüber ihrem Ist-Zustand. Deshalb fühlt sich ein objektiv besserer Umzug für die Kollegin am Fenster wie ein Minus an. Der Faktor zwei ist eine Faustregel, die Richtung des Effekts ist gut belegt.

​Ein Verlust, den niemand benennt, wird nicht kleiner, nur unaussprechbar und damit unverhandelbar. Ein reiner Gewinn-Rahmen wie „Das wird für alle besser“ signalisiert: Dein Verlust zählt hier nicht. Der Widerstand verschwindet dann nicht, er taucht getarnt wieder auf, etwa als „oben war's gemütlicher“.

​Erst die rechte Spalte, dann die linke. Wer vor einer Ankündigung aufschreibt, was jede Person verliert, und das zuerst ausspricht, macht Widerstand ansprechbar. Entscheidend ist die Ehrlichkeit: Einen Verlust zu benennen ist Führung, ihn geschickt umzuformulieren ist Manipulation und funktioniert genau einmal.

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