040 Staffel Kommunikation Teil 3 - Herr Watzlawick kommt vorbei

Episode von Faust und Taube – Konflikte im Team lösen als Führungskraft von Angelo Brandl | Mediator, Coach und Trainer · 23. Oktober 2026 · 8 min

Montag, neun Uhr. Jemand fragt die Chefin: Alles okay? Fünf Worte als Antwort. Und das Team hat alles verstanden. Nur nicht das Richtige.

In dieser Folge geht es um das, was du sagst, wenn du nichts sagst. Und um das, was du nicht sagst, wenn du redest.

Du erfährst, warum Schweigen lauter sein kann als eine Ansage. Warum beide Seiten eines Streits glauben, nur zu reagieren. Und warum eine sachliche Mail wie eine Drohung klingen kann.

Am Ende hast du eine Aufgabe. Sie dauert einen Satz. Deinen nächsten.

Kontaktaufnahme über E-Mail:

Bitte schreibt mir einige Sätze, wo ihr Unterstützung braucht. Wir vereinbaren einen Telefontermin und besprechen Weiteres.

Bitte schreibe an:

[email protected]

Ich freue mich über Deine Kontaktaufnahme.

Drei Reflexionsfragen für Dich: (Das Skript enthält eine Praxisfrage, die übrigen sind aus der Folge abgeleitet.)

​Was steckt in meinem nächsten kurzen, beiläufigen Satz im Meeting, und wie könnte er beim Team ankommen?

​In welchem Konflikt sehe ich mich nur als Reagierende, und wo könnte ich selbst der Startpunkt sein?

​Wann habe ich zuletzt nur angewiesen, wo ich hätte fragen können?

Goldnuggets

​Man kann nicht nicht kommunizieren, und jede Botschaft hat zwei Ebenen. Ein gestresster Blick, ein knapper Ton, ein Seufzer: Auch wer schweigt, sendet Signale ans Team, oft unbeabsichtigt negative. Dazu trägt jeder Satz neben dem Inhalt eine Beziehungsbotschaft. „Passt schon, lass uns anfangen“ heißt inhaltlich „Wir beginnen“ und auf der Beziehungsebene „Frag nicht weiter“. Der Ton macht die Führung.

​In Eskalationsspiralen hält sich jeder für den Reagierenden. Der Mitarbeiter liefert spät, weil die Chefin kritisiert. Die Chefin kritisiert, weil er spät liefert. Jeder setzt den Startpunkt der Geschichte woanders. Wer das erkennt, kann bewusst aussteigen, statt auf den „Auslöser“ des anderen zu warten.

​Wie etwas ankommt, entscheiden Kanal und Rolle. Worte und Fakten transportieren die Sache, Tonfall, Mimik und Gestik die Beziehung. In Mails und Chats fehlt dieser zweite Kanal fast ganz, eine Hauptquelle für Missverständnisse. Und gute Führung wechselt bewusst zwischen klarer Anleitung bei Entscheidungen und Augenhöhe beim gemeinsamen Nachdenken.

Weitere Episoden von „Faust und Taube – Konflikte im Team lösen als Führungskraft“

Alle Episoden von Faust und Taube – Konflikte im Team lösen als Führungskraft · Mehr Business-Podcasts