044 Staffel Konfliktmanagement Teil 2 - Richtiger Punkt, falsche Verpackung - Rosenberg

Episode von Faust und Taube – Konflikte im Team lösen als Führungskraft von Angelo Brandl | Mediator, Coach und Trainer · 27. Oktober 2026 · 11 min

Ein Bericht kommt zu spät. Zum dritten Mal. Ein Satz auf dem Flur. Zehn Sekunden später geht es um alles. Nur nicht mehr um den Bericht.

In dieser Folge geht es um die Verpackung deiner Botschaft. Nicht um den Inhalt. Der war nämlich richtig.

Du erfährst, warum zwei kleine Wörter einen Krieg auslösen. Warum manche Gefühle in Wahrheit Anklagen sind. Und warum eine Bitte erst dann eine ist, wenn sie scheitern darf.

Am Ende hast du einen Test. Er braucht keine Theorie. Nur eine Kamera, die es nicht gibt.

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Bitte schreibt mir einige Sätze, wo ihr Unterstützung braucht. Wir vereinbaren einen Telefontermin und besprechen Weiteres.

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Drei Reflexionsfragen für Dich:

​Wo bewerte ich gerade, wo ich beobachten könnte?

​Welches eigene Bedürfnis steckt hinter meinem letzten Vorwurf?

​Sind meine „Bitten“ echte Bitten, oder dürfen sie gar kein Nein bekommen?

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Goldnuggets

​Beobachtung statt Bewertung. „Du bist unzuverlässig“ ist ein Etikett, und Etiketten lassen sich nur abstreiten. „Dreimal zu spät in zwei Wochen“ lässt sich nur anschauen. Der Test: Passt „Ich sehe“ oder „Ich höre“ davor, ist es eine Beobachtung, braucht es „Ich finde“, ist es eine Bewertung. Oder kürzer: Was hätte eine Kamera gefilmt?

​Gefühle sind Signale für Bedürfnisse, keine Schuldbeweise. Frustration zeigt nicht, dass der andere böse ist, sondern dass ein eigenes Bedürfnis, etwa nach Verlässlichkeit, gerade leer läuft. Das dreht den Blick vom „Du hast mich …“ zum „Ich brauche …“. Vorsicht bei Pseudo-Gefühlen wie „übergangen“ oder „ignoriert“: Sie klingen nach Gefühl und sind in Wahrheit Anklagen.

​Eine Bitte ist nur eine Bitte, wenn ein Nein erlaubt ist. Folgt auf ein Nein Strafe, war es eine verkleidete Forderung, und dann ist es ehrlicher, zu ihr zu stehen. Die vier Schritte Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis, Bitte sind keine Technik, um Menschen zu kriegen, sondern eine Haltung. Heruntergebetet klingen sie nach Masche, gelebt heißen sie: hart in der Sache, klar und warm in der Beziehung.

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