Jana Klausberger über Genossenschaft als Bäckerei-Modell

Episode von BROTTalk von Sebastian Marquardt · 1. Juni 2026 · 48 min

Was passiert, wenn eine Familienbäckerei keinen klassischen Nachfolger findet und die Tochter trotzdem nicht einfach übernimmt?

In diesem BROTTalk erzählt Jana Klausberger, wie sie die elterliche Bäckerei in Eutin in eine Genossenschaft umgewandelt hat. Ein Modell, das im Backhandwerk noch Seltenheitswert hat. Jana hat es aus tiefer Überzeugung gewählt.

Ausgangspunkt ist ein vertrautes Bild: eine traditionsreiche Handwerksbäckerei, über hundert Jahre am selben Standort, kein Nachfolger in Sicht. Der externe Interessent kann nicht finanzieren. Die Alternative zu Verkauf oder Schließung: ein Gründungsteam aus vier Leuten, eine Genossenschaft, aufgebaut im laufenden Betrieb, über anderthalb Jahre Vorbereitung.

Das Gespräch gibt einen konkreten Einblick in das, was hinter diesem Modell wirklich steckt: Prüfverband, Satzung, Businessplan, Bankgespräche – und ein Kreditgeber, der zunächst nicht wusste, ob eine Genossenschaft überhaupt Gewinne erwirtschaften darf. Jana erzählt offen, wie die Finanzierung am Ende funktioniert hat, welche Rolle ihre Eltern dabei spielten und warum sie trotzdem persönlich haftet.

Daneben geht es um die Fragen, die den Alltag in der Genossenschaft prägen: Wie trifft man Entscheidungen, wenn achtzig Mitglieder nur im Konsens entscheiden dürfen? Warum werden keine Dividenden ausgeschüttet? Und was bedeutet es, wenn der nächste Vorstand kein Eigenkapital mitbringen muss, sondern einfach gewählt wird?

Im Gespräch geht es unter anderem um:

Eine Folge über Ideale, Verantwortung und eine Unternehmensform, die das Backhandwerk gerade erst entdeckt.

Janas Bäckerei: baeckersluud.de

Moderation:

Sara Di Napoli – brotinstitut.de

Sebastian Marquardt – brot-pro.de

Nachbearbeitung: Jan Schnare

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