Die Ursache(n) von ADHS
Episode von ADHS Neu Denken - Auch Du Hast Superkräfte von Gorden und Birte · 20. November 2025 · 51 min
Kurzfassung
In dieser Folge gehen Birte und Gorden der Frage nach, wo ADHS eigentlich herkommt – und räumen dabei mit vielen Missverständnissen auf. Sie sprechen darüber, warum Genetik der stärkste Einflussfaktor ist, wie das Gehirn von Menschen mit ADHS arbeitet und welche Rolle Umwelt, Erziehung und Stress tatsächlich spielen. Dabei wird klar: ADHS ist keine neue Erscheinung und ganz sicher nicht das Ergebnis „falscher Erziehung“, sondern ein Zusammenspiel aus biologischen Grundlagen und individuellen Erfahrungen.
Weitere Infos, Kontaktmöglichkeiten und Unterstützung findet ihr unter adhsneudenken.de.
Themen
Was ADHS verursacht – und was nicht
Warum Genetik der größte Einflussfaktor ist
Neurobiologische Grundlagen: Dopamin, Noradrenalin & Exekutivfunktionen
Umweltfaktoren und Epigenetik – Verstärker, aber keine Ursachen
Alltagsfaktoren wie Routinen, Energiehaushalt und Reizoffenheit
Wie man die eigenen Nachteile besser managen kann
Warum es wichtig ist, neben Herausforderungen auch über Stärken zu sprechen
Langfassung
In dieser Episode widmen sich Birte und Gordon einem der zentralsten, aber am häufigsten missverstandenen Themen rund um ADHS: den Ursachen. Noch immer glauben viele Menschen, ADHS sei das Ergebnis schlechter Erziehung, zu viel Bildschirmzeit oder mangelnder Disziplin. Die beiden machen deutlich, warum diese Annahmen wissenschaftlich nicht haltbar sind.
Sie erklären, dass ADHS in erster Linie eine neurobiologische und genetische Besonderheit ist. Studien zeigen, dass die Vererbbarkeit bei 70–80 % liegt – ein extrem hoher Wert, der unterstreicht, dass ADHS tief in der Biologie verwurzelt ist. Birte und Gordon sprechen darüber, wie das Zusammenspiel von Dopamin, Noradrenalin und Exekutivfunktionen das Verhalten und die Wahrnehmung von Menschen mit ADHS prägt und warum viele alltägliche Herausforderungen direkt aus dieser neurologischen Architektur entstehen.
Darüber hinaus beleuchten sie sogenannte „Umweltfaktoren“ – Stress, soziale Dynamiken, Mediennutzung, Ernährung oder Schlaf –, erklären aber klar, dass diese Faktoren vor allem verstärkend wirken und ADHS nicht verursachen. Wichtig sei vor allem zu verstehen, wie epigenetische Prozesse funktionieren: Die Gene verändern sich nicht, aber ihre Aktivität kann in bestimmten Kontexten beeinflusst werden.
Im weiteren Verlauf sprechen die beiden darüber, wie Menschen mit ADHS im Alltag besser zurechtkommen können. Routinen, ein bewusster Umgang mit Energie, Reizmanagement und das Verständnis der eigenen Bedürfnisse spielen eine große Rolle. Sie diskutieren, warum manche Methoden bei ADHS gut funktionieren – und andere eben nicht.
Außerdem wird deutlich, dass der gesellschaftliche Blick auf ADHS häufig zu negativ ist. Birte und Gordon betonen, dass ADHS zwar Herausforderungen mit sich bringt, aber auch besondere Stärken – wie Kreativität, Hyperfokus, Problemlösungskompetenz und emotionale Tiefe. Diese Stärken entfalten sich allerdings erst richtig, wenn Menschen ihren Alltag so gestalten können, dass er zu ihrer individuellen Funktionsweise passt.
Die Folge bietet einen wissenschaftlich fundierten, aber gleichzeitig praxisnahen Überblick, der hilft, ADHS besser zu verstehen und sowohl die Schwierigkeiten als auch die Potenziale zu erkennen.
Takeaways
ADHS ist primär genetisch und neurobiologisch bedingt – nicht „hausgemacht“
Umweltfaktoren verstärken Symptome, verursachen sie aber nicht
Ein Verständnis für den eigenen Energiehaushalt kann den Alltag enorm erleichtern
Routinen, Struktur und Reizmanagement helfen, Nachteile abzufedern
Hyperfokus, Kreativität und schnelle Problemlösung sind echte Stärken vieler ADHS-Betroffenen
Ein ausgewogener Blick auf Herausforderu
Weitere Episoden von „ADHS Neu Denken - Auch Du Hast Superkräfte“
- ADHS, Ernährung und Nahrungsergänzung 17. Juli 2026
- Vom Aufschieben und nicht anfangen können 18. März 2026
- Unterschätzt: der Selbstwert bei ADHS 31. Januar 2026
- Vorteile von ADHS: Zwischen Herausforderung und Superkraft 15. November 2025
- Warum der Begriff Modediagnose nicht immer schlecht ist 5. November 2025
- Ist man mit ADHS grundsätzlich krank? 26. Oktober 2025
- Pilotfolge 20. Oktober 2025
Über den Podcast
Auch du hast Superkräfte
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