Wie gehe ich mit Totschlagargumenten oder unfairen Vorwürfen um?

Episode von Wie Beziehung wirklich geht! –Denkanstöße basierend auf 50 Jahren Paartherapie-Wissen von Dr. David Wilchfort · 22. Juni 2025 · 8 min

Kurzantwort: Wenn ein Gespräch unfair wird, hilft es nicht, den Inhalt zu bekämpfen – sondern es braucht einen Stopp, der die Form des Gesprächs in den Mittelpunkt stellt.

Einordnung: Sätze wie „Du bist immer so…“ oder „Mit dir kann man nicht reden“ verletzen – und sie blockieren jedes echte Gespräch. Oft geht es dann nicht mehr um das Thema, sondern um die Person. Das eigentliche Anliegen geht unter. Dahinter kann vieles stecken: Hilflosigkeit, Überforderung, der Wunsch, nicht nachgeben zu müssen oder die Erfahrung, gegen die Schlagfertigkeit des anderen nichts ausrichten zu können.

Der andere Weg: Tritt innerlich einen Schritt zurück und sprich nicht über das Thema, sondern über die Gesprächsatmosphäre. Zum Beispiel: „So kann ich gerade nicht gut zuhören. Ich möchte dich verstehen – aber wenn wir so sprechen, gelingt mir das nicht. Wollen wir uns beide erst etwas beruhigen?“ Das Wort „beide“ ist entscheidend – sonst klingt der Vorschlag wie ein versteckter Vorwurf. Manchmal genügt schon dieser kleine Moment des Innehaltens, um die Tür für einen anderen Ton wieder zu öffnen.

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