Tapering - Bremsen, um schneller zu werden

Episode von Gönn dir Erfolg - Der Podcast für Macher:innen von Swantje Tannert · 6. September 2026 · 47 min

Der Halbmarathon steht kurz bevor – und ausgerechnet kurz vor dem Wettkampf soll ich weniger laufen. Dieses sogenannte Tapering ist sportwissenschaftlich gut begründet: Die Fitness bleibt weitgehend erhalten, während die angesammelte Ermüdung zurückgeht. Doch gerade ehrgeizigen Menschen fällt es oft schwer, rechtzeitig aufzuhören.

In dieser Folge erfährst du:

was beim Tapering im Körper passiert,

wie das Fitness-Fatigue-Modell unsere Leistung erklärt,

welche Taper-Strategien sich in Studien bewährt haben,

warum Intensität und Routine teilweise erhalten bleiben sollten,

weshalb Tapering Angst und Kontrollverlust auslösen kann,

wo engagiertes Training in zwanghaftes Verhalten übergeht,

warum auch nach dem Wettkampf eine Erholungsphase wichtig ist,

wie Post-Race Blues entstehen können,

und wie der Wiedereinstieg gelingt, ohne die Regeneration zu übergehen.

Anschließend übertragen wir das Prinzip auf andere Lebensbereiche: Brauchen wir auch vor einer Klausur eine Art kognitives Tapering? Kann ein Urlaub vor schweren Zeiten wirklich Kräfte speichern? Was bedeutet Prehabilitation vor einer Operation? Und warum fällt es manchen Menschen selbst bei Krankheit schwer, sich auszuruhen?

Dabei geht es um Spacing, Retrieval Practice und Gedächtniskonsolidierung, um die Effort-Recovery-Theorie, das Recovery Paradox, allostatische Last, Präsentismus und die sogenannte Stresssucht.

Die zentrale Frage lautet: Wann verbessert weitere Anstrengung unser Ergebnis noch – und wann dient sie nur dazu, unsere Unsicherheit zu beruhigen?

Erholung ist nicht das Gegenteil von Leistung. Sie ist ein Teil ihres Rhythmus.

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