Einflüsse psychosozialer Risikofaktoren auf die Qualität der Mutter-Kind-Interaktion.
Episode von Fakultät für Psychologie und Pädagogik - Digitale Hochschulschriften der LMU von Ludwig-Maximilians-Universität München · 13. Februar 2006
Die Dissertation ist Teil eines Kooperationsprojektes der Forschungs- und Beratungsstelle
Frühentwicklung und Kommunikation am Institut für Soziale Pädiatrie
und Jugendmedizin der Universität München sowie der Abteilung Psychoendokrinologie
am Forschungszentrum für Psychobiologie und Psychosomatik der Universität
Trier.
Die Arbeit untersucht den Einfluss der postpartalen Stressbelastung der Mutter auf die Qualität der Mutter-Kind-Interaktion.
Im Mittelpunkt stehen dabei die Ausprägung der intuitiven mütterlichen Kompetenzen
sowie die regulatorische Abstimmung dieser Kompetenzen auf die
kindlichen Bedürfnisse. Es wird davon ausgegangen, dass spezifische psychosoziale Risikofaktoren einen negativen Einfluss auf die Qualität der Mutter-Kind-Interaktion
haben. Zur Untersuchung der Fragestellung wurden Mütter in der Interaktion mit ihren Kindern zu zwei Messzeitpunkten - drei Monate postpartum (N=71) und sechs Monate postpartum (N=68) - mit Video aufgenommen und anschließend mit hierfür entwickelten Kodiersystemen ausgewertet. Für die
Erhebung psychosozialer Risikofaktoren wurden Fragebögen zu drei postpartalen
Messzeitpunkten (sechs Wochen, drei Monate und sechs Monate postpartum)
eingesetzt.
Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass die Ausprägung intuitiver mütterlicher
Kompetenzen und deren regulatorische Abstimmung in engem Zusammenhang mit
der kindlichen Blickzuwendung und der kindlichen Interaktionsbereitschaft im spontanen Zwiegespräch stehen. Zudem bestehen Zusammenhänge zwischen Gesamtstressbelastung, ungewollter Schwangerschaft, unglücklicher Kindheit der Mutter, sowie sozialer Belastungen und der Ausprägung intuitiver mütterlicher Kompetenzen. Für einige der erhobenen Stress- und Belastungsmaße (beispielsweise Depressivität und soziale Unterstützung) zeigen sich nur leichte oder keine Effekte in den Untersuchungen.
Analysen zu einem späteren Messzeitpunkt – die Löffelfütterung im Alter von 6 Monaten
– untermauern die Ergebnisse der Spielsituation mit 3 Monaten.
Weitere Episoden von „Fakultät für Psychologie und Pädagogik - Digitale Hochschulschriften der LMU“
- Searching in Lists While Driving 27. Juli 2006
- Die peritraumatische Intervention: eine deskriptive Darstellung der psychosozialen Notfallversorgung 24. Juli 2006
- Student Expectations in the New Millennium 24. Juli 2006
- Emotionale Entwicklung im Vor- und Grundschulalter im Spiegel der Eltern-Kind-Interaktion 11. Juli 2006
- Irrational, rational, egal? – Empirische Untersuchungen zum Beitrag der Rational-Emotiven Verhaltenstherapie nach Albert Ellis für die psychologische Grundlagenforschung 10. Juli 2006
- Bildungstheoretische und entwicklungsadäquate Grundlagen als Kriterien für die Gestaltung von Mathematikunterricht am Gymnasium 7. Juli 2006
- Kardiosensibilität, Emotionsverarbeitung und Verhalten 30. Juni 2006
- Entwicklung und Evaluation einer Lehrerfortbildung zur Förderung der physikdidaktischen Kompetenz von Sachunterrichtslehrkräften 29. Juni 2006
- Auswirkungen pränataler Stressbelastung auf die Verhaltensregulation des Kindes 13. Februar 2006
- Die Trauer von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen um den verstorbenen Vater 30. Januar 2006
- Intuitiver und rationaler kognitiver Stil bei der Personalauswahl 5. Januar 2006
- Figural Completion in Visual Search 18. Juli 2005
- Differentialdiagnostik der dissoziativen Identitätsstörung (DIS) in Deutschland 18. Juli 2005
- Rolle visueller Referenzen bei der Objektlokalisation 7. Juli 2005
- Metasprachliche Fähigkeiten zweisprachiger Kinder 6. Juli 2005
Alle Episoden von Fakultät für Psychologie und Pädagogik - Digitale Hochschulschriften der LMU · Mehr Bildung-Podcasts