T. C. Boyle: "You can write mails with Rock 'n' Roll, but not fiction"

Episode von ZEIT Bühne von DIE ZEIT · 23. Juni 2023 · 1 h 08 min

Immer wieder behandelt T. C. Boyle die großen gesellschaftlichen Krisen

in seinen Romanen, in seinem neuen Buch nimmt er sich die

Klimakatastrophe vor.

"Blue Skies" ist eine Familiengeschichte, die zwischen Kalifornien und

Florida spielt. Der Autor T. C. Boyle beschreibt in dem Buch die

katastrophalen Folgen der menschlichen Naturzerstörung und des

Klimawandels, von den Dürren im Westen und Überschwemmungen im Südosten

der USA bis zum Insektensterben.

T. C. Boyle stellte am 19. Juni 2023 seinen neuen Roman vor mehr als

1.000 Zuschauerinnen und Zuschauern vor. In der Universität Hamburg hat

er mit ZEIT-Feuilletonchef Volker Weidermann über das gestörte

Verhältnis vom Menschen zu seiner Umwelt gesprochen.

Bei der Veranstaltung erzählte Boyle von einer Tausende Kilometer weiten

Autofahrt durch die USA mit seinem Verleger, bei der am Ende nur ein

einziger Käfer an der Windschutzscheibe klebte – “and of course we

buried him”. Ein Schlüsselerlebnis für den Roman und Sinnbild für die

Naturzerstörung durch den Menschen. T. C. Boyle berichtet fasziniert

davon, was invasive Arten anrichten können: Als Haustiere gehaltene und

ausgerissene Tigerpythons, die im Roman eine tragende Rolle spielen,

würden in den Everglades ganze Landstriche leerfressen.

Auf die Frage, wie er es schaffe, bei all dem Schrecken ein

optimistischer Mensch zu bleiben, antwortet Boyle: “Inside I’m as black

as coal” und lächelt dabei. Es sei kein Wunder, dass alle Schriftsteller

Alkoholiker oder Drogensüchtige seien. Doch am Ende des Romans gibt er

uns einen zarten Hoffnungsschimmer. Der Autor selbst fasst zusammen:

“'Blue Skies' may make you laugh, and maybe depress you a little bit."

Weitere Episoden von „ZEIT Bühne“

Alle Episoden von ZEIT Bühne · Mehr Gesellschaft-Podcasts