„Diese Demokratie muss jeden Tag erkämpft, bestätigt und verteidigt werden“

Episode von ZEIT Bühne von DIE ZEIT · 20. September 2024 · 1 h 28 min

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) rechtfertigt die deutschen

Waffenlieferungen in die Ukraine. „Ich bin auch kriegsmüde“ sagt er. Es

sei hässlich, mit Waffen umzugehen, „aber es ist notwendig, um unsere

Freiheit und unsere Sicherheit zu schützen“. Pistorius spricht auch über

den Zustand der Bundeswehr. Sein Ziel sei es, Personal in der Bundeswehr

zu halten und neues anzuwerben. Vor einigen Wochen hatte er gefordert,

einen verpflichtenden Fragebogen für junge Männer einzuführen, der die

Bereitschaft und Fähigkeit zum Dienst in der Bundeswehr erfassen soll.

„Ja ich brauche mehr Geld“, sagt er auf Nachfrage. Ein Grund sei unter

anderem, dass die Herstellung von Panzern und U-Booten Jahre dauere und

die Industrie daher finanzielle Planungssicherheit brauche.

Solch schwere Waffen würden „nicht irgendwo im Regal stehen und auf

Knopfdruck bestellt werden können“.

Auf die Frage, wer anstelle von Olaf Scholz als Kanzlerkandidat infrage

käme, sagt Pistorius: „Der Glaube, nur durch das Austauschen einer

einzigen Person in der gleichen Konstellation" würde ein großer Wechsel

kommen, sei falsch. So einer Erwartungshaltung könne niemand allein

gerecht werden, Politik sei eine Frage des Teamplay.

Er hoffe, dass die leisen Stimmen, die in der Mehrheit seien, den

lauten, demokratiefeindlichen Stimmen etwas entgegensetzen würden.

Pistorius sagte: "Unsere Demokratie muss jeden Tag erkämpft, bestätigt

und verteidigt werden.“

Das Gespräch ist eine Aufzeichnung der Online-Live-Veranstaltung aus der

Reihe "Eine Stunde ZEIT", die am 19. September 2024 vor Publikum in

Hamburg stattfand und auch als Videoaufzeichnung verfügbar ist.

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