Markus Söder: "Für mich ist jede Liebe segnenswert"

Episode von ZEIT Bühne von DIE ZEIT · 21. September 2021 · 1 h 03 min

Im Kampf um die Unionskanzlerkandidatur machte CSU-Chef Markus Söder

deutlich, dass er sich für den besseren Kandidaten als Armin Laschet

hält. Die Verantwortung für die schlechten Umfragewerte der Union sieht

er vor allem bei der CDU – nicht in Bayern. Wie beurteilt er die Chancen

kurz vor der Bundestagswahl?

Sollte die SPD stärkste Partei bei der Bundestagswahl werden, schließt

er die Regierungsbeteiligung der Union aus: "Wenn die Union nicht

stärker wird als die SPD, dann gibt es eine Regierung mit der SPD an der

Spitze – ohne Union", sagt Söder im Gespräch mit Mariam Lau und Roman

Pletter. Zu Olaf Scholz meint der Bayerische Ministerpräsident:

"Natürlich ist Olaf Scholz kein Kommunist, aber er lässt es zu, dass

solche politischen Kräfte wie Frau Wissler und andere große

Verantwortung in Deutschland bekommen könnten."

Angela Merkel habe er als Regierungschefin "schon anders schätzen

gelernt", so Söder. Unterm Strich sei er "ein großer Fan von Angela

Merkel geworden", insbesondere angesichts der Krisen, mit denen

Deutschland in den vergangenen Jahren konfrontiert war.

Beim Klimaschutz müsse man laut Söder "ehrgeizige Ziele mit ehrgeizigen

Plänen" kombinieren. "Für mich ist das eine tief ethische Frage, wie wir

die Welt übergeben." Damit verbunden meint er zum Tempolimit: "Ich

glaube, dass das Tempolimit keinen überragenden Beitrag bringt." Einen

überragenderen Beitrag würde aus seiner Sicht "autonomes Fahren

verbunden mit erneuerbarem Antrieb" bringen.

In Bezug auf trans- und homosexuelle Menschen sagt Söder: "Für mich ist

jede Liebe segnenswert." Er gebe ein "totales Schutzversprechen aus,

dass jeder in Bayern seine freie Entfaltung finden kann". Söder weiter:

"Ich bin der Meinung, dass da kein Segen verweigert werden sollte."

Liebe sei per se etwas Wunderbares.

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