Karl Lauterbach: "Dass das Virus in 10 Jahren weg ist, ist eine optimistische Annahme"

Episode von ZEIT Bühne von DIE ZEIT · 24. Februar 2022 · 1 h 14 min

Vom Talkshow-Dauergast zum Bundesgesundheitsminister: Nach zwei Jahren

im Pandemie-Ausnahmezustand gibt es viel zu besprechen: Wie begründet

Karl Lauterbach eine allgemeine Impfpflicht? Und wie beurteilt er das

Verhalten seines Partei-Kollegen Gerhard Schröder in der Russland-Krise?

Lauterbach würde mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin keine

Geschäfte machen, das fiele ihm im Traum nicht ein. Der Altkanzler und

Lobbyist Gerhard Schröder hingegen pflegt ein enges Verhältnis zu

Russland. Kann Schröder vielleicht eine konstruktive Rolle in der Krise

mit Russland spielen? "Die Glaubwürdigkeit, die da notwendig ist, sehe

ich bei ihm im Moment nicht", sagt Lauterbach im Gespräch mit Tina

Hildebrandt und Roman Pletter.

Und von einer Krise zur nächsten: Die Pandemie könnte uns noch lange

begleiten. "Dass das Virus in zehn Jahren weg ist, ist eher eine

optimistische Annahme", sagt Lauterbach. Seit Monaten diskutiert die

Politik daher über eine Impfpflicht. Karl Lauterbach spricht sich für

eine Corona-Impfpflicht ab 18 Jahren aus, da sei er "der gleichen

Meinung wie Bundeskanzler Scholz". Gegenwind kommt aus der Opposition.

Lauterbach hofft, dass der CDU-Chef Friedrich Merz "über seinen Schatten

springt" und die Bundesregierung bei der Impfpflicht unterstützt. Die

Politik ist das eine, aber was denkt der Gesundheitsminister über

Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen?

Das Gespräch ist eine Aufzeichnung einer Onlineliveveranstaltung aus der

Reihe „Eine Stunde ZEIT mit …“ vom 23. Februar 2022.

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