Jens Spahn: “Man kann doch nicht mit Wasserwerfern das Maskentragen erzwingen”

Episode von ZEIT Bühne von DIE ZEIT · 14. Mai 2020 · 1 h 01 min

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist in der Corona-Krise zu einem

der wichtigsten Politiker des Landes geworden. Mit den

ZEIT-Redakteur*innen Charlotte Parnack und Roman Pletter spricht er über

die Covid-19-Pandemie und ihre Begleiterscheinungen – von den Protesten

gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus, über

Wirtschaftshilfen bis zu den Folgen für Familien.

Spahn äußert sich besorgt über die aktuellen Proteste und

Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen: “Wir haben ja begonnen mit

einem wahnsinnig großen Gemeinschaftsgefühl.” Jetzt spüre er, dass dies

drohe, verloren zu gehen. “Dass es Protest gegen Regierungshandeln gibt,

finde ich normal und auch richtig und wichtig”, sagt Spahn. Aber am Ende

lasse sich die Seuche nur bekämpfen, wenn die Bürgerinnen und Bürger

mithelfen, weil sie davon überzeugt sind, dass die geltenden Hygiene-

und Abstandsregeln sinnvoll sind. So rechtfertigt er auch, dass bei

Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen nicht mit Gewalt

Hygieneregeln durchgesetzt werden: “Wie wollen Sie mit Polizeigewalt

Menschen zwingen, Masken zu tragen?”

Außerdem räumt Spahn Versäumnisse im Umgang mit der Krise ein: "Hätten

wir früher Masken kaufen sollen? Ja", sagt er. Außerdem hätten die

Regierungen von Bund und Ländern bei den Öffnungen von Geschäften von

vornherein stärker auf Hygienekonzepte setzen sollen statt auf die

800-Quadratmeter-Regel.

Das Gespräch ist eine Aufzeichnung der Online-Live-Veranstaltung aus der

Reihe “Eine Stunde ZEIT mit …“, die am 12. Mai 2020 in Berlin stattfand.

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