Hanya Yanagihara: "Ich kenne keine Kultur, die Männer ermutigt, ihre Gefühle zu zeigen"

Episode von ZEIT Bühne von DIE ZEIT · 28. März 2022 · 1 h 17 min

Mit ihrem Roman Ein wenig Leben gelang Yanagihara ein internationaler

Bestseller, der viele Leserinnen und Leser zu Tränen rührte. "Ich habe

schlimm geheult", sagt Moderatorin Judith Liere. Yanagiharas neues Buch

Zum Paradies besteht aus drei Teilen, zwischen denen jeweils 100 Jahre

liegen – und die alle in demselben Haus in New York spielen: 1893, in

einer fiktiven Vergangenheit, in der die Menschen in der freien Welt so

leben und lieben dürfen, wie sie es möchten, und in der Homosexualität

als selbstverständlich anerkannt ist. 1993, als Manhattan von Aids

erschüttert wird. Und 2093, in einer von Seuchen bestimmten Welt.

Fast alle Hauptfiguren in Hanya Yanagiharas Romanen sind männlich. Die

Autorin sagt, dass es für sie weniger interessant sei, über Frauen zu

erzählen.

In ihren Romanen gibt es oft Menschen mit sehr viel oder sehr wenig

Geld. Letztlich handelten aber "alle Romane von Geld", sagt die Autorin,

egal ob Tolstoi, Thomas Mann oder Dickens. "Alle diese Bücher handeln

von Geld und von Klassen, und alle handeln davon, wie Geld einen

Charakter, seine Möglichkeiten und alles limitieren."

Das Gespräch ist die Aufzeichnung einer ausverkauften Veranstaltung im

Literaturhaus München vom 16. März 2022.

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