Franziska Giffey: "Schulen zu schließen war leicht. Sie zu öffnen, ist schwieriger"

Episode von ZEIT Bühne von DIE ZEIT · 2. Juli 2020 · 1 h 04 min

Im vierten Monat des Kampfs gegen Sars-Cov-2 rücken die Probleme von

Familien und Kindern in den Fokus der Debatte – und damit Franziska

Giffey, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (SPD).

Mit den ZEIT-Redakteur*innen Charlotte Parnack und Roman Pletter spricht

sie über die Auswirkungen der Pandemie auf Familien mit Kindern. Sie

räumt ein, dass die Belastung für Familien stark gewachsen sei, weil es

auch nach den Osterferien kaum Lockerungen gegeben habe: "Ich kann jede

Familie verstehen, für die das schwierig war."

Sie sei sie "eine der Ersten" gewesen, die gefordert hätten, in Schulen

und Kitas zum normalen Betrieb zurückzukehren, sagt Giffey. "Schließen

war vergleichsweise leicht. Aber Öffnen ist viel schwieriger", denn die

Frage dabei sei: "Was ist verantwortbar? Was ist notwendig, um

Schlimmeres zu verhindern? Das ist immer ein Abwägungsprozess." Nach den

Sommerferien solle mithilfe eines Stufenplans eine Rückkehr zum

Regelbetrieb erfolgen: "Wir können den Eltern nicht zumuten, dass sie

bis zum Sommer keine Perspektiven haben."

In Sachen Gleichberechtigung von Frauen und Männern hat Franziska Giffey

eine klare Meinung: In siebzig Prozent der Unternehmen sei die

Zukunftsvision beim Thema Frauen in Führung null Prozent, "also

Zielvorgabe null. Für null Ambitionen, dafür kann man einfach nur null

Verständnis haben", findet sie. Von Angela Merkel erwartet sie

Unterstützung für eine gesetzliche Quote von mindestens einer Frau in

Führungspositionen. Das könne die "letzte große Aktion in Sachen

Gleichstellung" der Kanzlerin sein.

Das Gespräch ist eine Aufzeichnung der Online-Live-Veranstaltung aus der

Reihe "Eine Stunde ZEIT mit …", die am 1. Juli 2020 in Berlin stattfand.

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