Eva Menasse: "Nichts davon ändert etwas an den Problemen, die wir haben"

Episode von ZEIT Bühne von DIE ZEIT · 19. August 2022 · 1 h 20 min

Im Gespräch mit Giovanni di Lorenzo bei der Langen Nacht der ZEIT am 2.

Juli äußert sich die preisgekrönte Schriftstellerin Eva Menasse über die

Antisemitismusvorwürfe an die documenta: Wie steht die Autorin dazu,

dass das umstrittene Werk des indonesischen Künstlerkollektivs Taring

Padi abgehängt wurde? Sie sagt: „Es ist mir wirklich egal. Man kann das

da hängen lassen, man kann’s abdecken, man kann’s zusammenrollen und

außer Landes schaffen. Nichts davon ändert etwas an den Problemen, die

wir haben.“ Die Aufregung darüber verstehe sie zwar, meint aber, dass

diese unverhältnismäßig sei gegenüber den Problemen mit echtem,

eliminatorischem Antisemitismus, den es in diesem Land immer noch gebe.

Menasse hebt weiter den Einfluss der Digitalisierung auf die

Gesellschaft hervor: „Mit dem Beginn der Digitalisierung ist die Welt

komplett verrückt geworden. Und ich glaube, ein Großteil des

gesellschaftlichen Zerfalls und der Wut, die in der Welt herrscht, und

dieser total binären Strukturen – bist du für mich oder gegen mich –,

der kommt direkt aus dieser technologischen Entwicklung.“ In den USA

könne man beispielsweise sehen, wie ein Land sich in zwei unversöhnliche

Hälfte geteilt habe.

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