Chelsea Manning: "Meine Geschichte ist eine des Überlebens und der Identität"

Episode von ZEIT Bühne von DIE ZEIT · 5. Dezember 2022 · 1 h 33 min

Zwölf Jahre nachdem Chelsea Manning geheime Militärdokumente auf

Wikileaks veröffentlichte, erscheint ihr Buch README.txt – Meine

Geschichte in Deutschland. Es erzählt von ihrem Einsatz für mehr

institutionelle Transparenz, die Rechenschaftspflichten der Regierung

und ihre Rechte als Transfrau. Mit diesem Buch wolle Chelsea Manning

ihre ganze Geschichte erzählen und davor bewahren, in Vergessenheit zu

geraten: "Die Geschichte, die ich erzählen wollte – und das ist meine

Geschichte – ist eine Geschichte des Überlebens und der Identität."

Im Gespräch mit ZEIT-ONLINE-Chefredakteur Jochen Wegner bezeichnet

Chelsea Manning die aktuelle Situation in den Vereinigten Staaten als

"alarmierend" – insbesondere für die LGBTQ-Community: "Wenn ich mir die

Indikatoren der Vereinigten Staaten im Vergleich zu jedem anderen Land

ansehe, sehe ich überall red flags und ein höheres Risiko für zivilen

Konflikt." Manning berichtet, dass sie täglich "organisierte politische

Gewalt" in den USA spüren könne und es würde "immer schlimmer".

Darüber hinaus beschreibt die ehemalige US-Geheimdienstanalystin, wie

unser informationsreiches Umfeld den Umgang mit geheimen Daten verändert

habe. Im Jahr 2022 habe man als Zivilist am eigenen Laptop mehr Zugang

zu Informationen, als sie es 2010 mit "dem gesamten

US-Geheimdienstapparat im Rücken" gehabt habe: "Mittlerweile ist die

Geschwindigkeit wichtiger als die Frage, ob die Information geheim

gehalten wurde oder nicht."

Das Gespräch ist eine Aufzeichnung der Veranstaltung Chelsea Manning

"README.txt – Meine Geschichte", die am 23. November in Hamburg vor

Publikum stattfand und per Livestream übertragen wurde.

Hier geht es zur Aufzeichnung der Veranstaltung mit Chelsea Manning.

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