Skoda: Deutschland-Chef Barwasser über Wachstum, Elektro und KI
Episode von Klartext - Der Mobilitäts-Podcast der Autogazette von Frank Mertens · 9. Oktober 2026 · 42 min
Skoda ist in Deutschland weiter auf Wachstumskurs. Mehr als 200.000 Neuzulassungen könnten bereits im Oktobererreicht werden. „Wir gehen in unseren internen Planungen davon aus, dass wir durchaus innerhalb des Oktobersdie magische Marke von 200.000 Einheiten knacken können“, sagte Skoda-Deutschland-Chef Frank Barwasser im Podcast Klartext der Autogazette. Für den Manager ist ein solcher Absatz aber kein Selbstzweck: „Es geht uns am Ende nicht so sehr um die Zahlen oder um die Rekorde, sondern es geht uns im Wesentlichen um ein nachhaltiges und profitables Wachstum.“
In den Gespräch spricht Barwasser u.a. über die Gründe für den Erfolg der Marke, die Rolle eines starken Händlernetzes und die Frage, warum Skoda trotz der Krise der deutschenAutoindustrie so erfolgreich unterwegs ist.
Ein wesentlicher Wachstumstreiber für dentschechischen Autobauer ist dabei die Elektromobilität. Mit dem Elroq, dem Enyaq und den neuen Modellen Epiq und Peaq erweitert Skoda sein Elektroangebot deutlich. In manchen Monaten machen batterieelektrische Fahrzeuge bereits bis zu 50 Prozent der Auftragseingänge aus. „Die Nachfrage nach der Elektromobilität hat sich in den letzten Monaten deutlich beschleunigt und ist deutlich dynamischer geworden“, sagt Barwasser.
Gleichzeitig setzt Skoda weiter auf einen Mix aus Elektroautos, Verbrennern und Plug-in-Hybriden. Gerade Letztere erleben aus seiner Sicht eine Renaissance, weil moderne PHEV-Modelle mittlerweile Reichweiten von mehr als 100 Kilometer aufweisen und damit für viele Nutzer im Alltag wie ein Elektroauto funktionieren. Die Attraktivität von PHEVs würde zudem durch schnelle Ladeleistungen gesteigert, so der Manager.
Doch warum steigt die Nachfrage nach Elektroautos gerade jetzt so stark? Sind es vor allem die gestiegenen Spritpreise? Barwasser sieht mehrere Gründe: gestiegene Spritpreise, neue Förderbedingungen – vor allem aber bessere Produkte. „Es geht nicht so sehr darum, welche Technologie der Kunde wählt, sondern mehr darum: Was passt am besten zum Nutzungsverhalten des Kunden?“ Genau diese Technologieoffenheit sieht er als einen wichtigen Erfolgsfaktor.
Auch der Weggang von Klaus Zellmer, der von Skoda zu Volvo wechselt, beschäftigt die Marke. Barwasser sieht darin keinen strategischen Bruch: „Klaus Zellmer hat die Marke in den letzten Jahren sehr erfolgreich geprägt und wichtige strategische Weichen gestellt.“ Gleichzeitig sei Skoda inzwischen so breit aufgestellt, dass die eingeschlagene Strategie auch nach seinem Abschied fortgesetzt werden könne.
Im Gespräch geht es zudem um den zunehmenden Wettbewerb mit den chinesischen Herstellern und deren Preispolitik. Barwasser setzt dabei auf die eigenen Stärken: Produkte, Marke, Händlernetz und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. „Ein dauerhaftes Vermarkten über den Preis und über den Discount wird nicht dazu führen, dass man nachhaltig die Kunden motivieren kann, bei der Marke zu bleiben.“ Entscheidend sei vielmehr das Gesamtpaket.
Barwasser spricht auch über das bidirektionales Laden, Vehicle-to-Home, dynamische Stromtarife, den Einsatz von künstlicher Intelligenz im Handel und die Frage, wie sich die Rolle des Autohandels verändern wird. Seine Einschätzung: „Digitalisierung und KI werden den Handel nicht ersetzen. Sie geben ihm aber mehr Zeit, die er einsetzen kann, um Kundenservice zu leisten.“
Für Barwasser ist die E-Mobilität im Volumenmarkt angekommen, „weil sowohl Preis als auch Alltagstauglichkeit immer besser zusammenpassen.“ Im Podcast spricht der Manager außerdem über die Ladeinfrastruktur, die Zukunft von Skoda, die Herausforderungen der Transformation und seine persönliche Antriebsempfehlung. Sein eigenes Auto zeigt dabei, dass Technologieoffenheit für ihn mehr als ein Schlagwort ist: derzeit fährt er einen Plug-in-Hybriden. In Kürze steigt er aber auf den Peaq um, das neue Elektroflaggschiff der Marke.
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