Chery: Vertrauen schaffen, mit SUV-Modellen punkten

Episode von Klartext - Der Mobilitäts-Podcast der Autogazette von Frank Mertens · 21. August 2026 · 35 min

Mit Chery kommt im kommenden Jahr der nächste chinesische Hersteller nach Deutschland. Nachdem der Konzern in diesem Jahr bereits seine Tochtermarken Omoda und Jaecoo hierzulande eingeführt hat, folgt 2027 die Kernmarke. Sie wird zum Start im kommenden Jahr zunächst mit vier SUV-Modellen der Tiggo-Familie vertreten sein: dem Tiggo 4, Tiggo 7, Tiggo 8 und dem Topmodell Tiggo 9. Allesamt sind es Vollhybride oder Plug-in-Hybride. Das Flaggschiff wird dabei mit einer elektrischen Reichweite von 144 Kilometern aufwarten und lässt sich mit bis zu 70 kW an einer Schnellladesäule laden.

Dass man zum Start zunächst auf SUV-Modelle setze, hänge auch mit der großen Nachfrage nach dieser Fahrzeugkategorie zusammen, sagte Deutschlandchef Patrick Reimers im Gespräch mit Frank Mertens. Reimers verweist mit Blick auf das Portfolio der Marke auf den hohen SUV-Anteil von einem Drittel an den Neuzulassungen im ersten Quartal. Mit seinen Modellen will der drittgrößte chinesische Hersteller insbesondere Familien ansprechen, die nach einem Fahrzeug mit innovativer Technologie, Sicherheit und viel Platz suchen. Ein Elektromodell hat Chery zum Marktstart indes nicht im Angebot: Das Tiggo 3 genannte EV wird seine Premiere im Oktober auf dem Pariser Autosalon feiern. Die Einführung sei für 2028 geplant, vielleicht schon Ende 2027.

Wie Reimers sagt, sei man Im kommenden Jahr mit der Einführung von zunächst vier Modellen gut ausgelastet. Von daher mache es keinen Sinn, noch mehr als die geplanten vier SUV-Modelle innerhalb eines derart kurzen Zeitraums einzuführen: zum einen aus Sicht der Produkt- und Markenpositionierung, aber auch aus kaufmännischer Sicht mit Blick auf die Händler, die jeden Launch ebenfalls vorbereiten müssen, so der Manager.

Für Reimners geht es jetzt vor allem darum, die Strukturen für einen erfolgreichen Marktstart zu legen. Dazu gehört vor allem die Schaffung eines Händlernetzes. Zum Start im ersten Quartal kommenden Jahres will man bereits 30 Händler als Partner gewonnen haben, bis Ende 2027 sollen es bereits 100 sein.

Zu Absatzerwartungen will Reimers noch nichts sagen. Vielmehr steht der Markenaufbau für ihn im Vordergrund. Insbesondere will man bei den Kundinnen und Kunden Vertrauen in die Kernmarke Chery schaffen, die dem Gros der Deutschen eher unbekannt sein dürfte. „Ich glaube, alles dreht sich am Ende des Tages um das Thema Vertrauen.“ Es gebe nur wenige Länder, in denen Versicherungen so beliebt sind wie in Deutschland, sagt Reimers. Deshalb stehe das Schaffen von Vertrauen in die Marke bei ihm ganz vorn auf der Prioritätenliste.

Neben einem guten Händlernetz müsste man deshalb unter anderem auch attraktive Preise und gute Garantiebedingungen bieten. In Polen und Österreich, wo die Kernmarke Chery bereits auf dem Markt ist, bietet man beispielsweise eine Sieben-Jahres-Garantie. Auch wenn das Garantiethema noch nicht finalisiert ist, seien sieben Jahre auch in Deutschland eine Referenzgröße.

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