Mein Körper, mein Baby, MEINE Geburt! #48

Episode von Kannste dir nicht ausdenken! von Jule Kieseler · 29. September 2026 · 1 h 03 min

Moini ihr Raketen 🚀

Zwei Frauen. Vier Kinder. Vier Hausgeburten.

Und trotzdem vier ziemlich unterschiedliche Geschichten.

Sirkka und ich haben beide unsere jeweils zwei Kinder zu Hause geboren. Für mich waren beide Geburten, obwohl sie völlig unterschiedlich verliefen, sehr schöne Erfahrungen.

Bei Sirkka sieht die Geschichte etwas anders aus.

Ihre erste Geburt dauerte mehr als 30 Stunden. Sie hatte eine Hebamme an ihrer Seite – und trotzdem blieb danach ein Gefühl zurück, das sie selbst irritierte:

Habe eigentlich ich dieses Kind geboren?

Denn eine Hausgeburt bedeutet nicht automatisch, dass eine Frau sich selbstbestimmt fühlt. Sirkka merkte im Nachhinein, wie sehr ihr eigenes Harmoniebedürfnis dazu geführt hatte, dass sie Dinge mitmachte, obwohl ihr Körper ihr eigentlich etwas anderes sagte.

Und genau diese Erfahrung veränderte ihre zweite Schwangerschaft.

Denn diesmal traf Sirkka eine Entscheidung, bei der ich im ersten Moment selbst kurz schlucken musste:

Sie bekam ihre zweite Tochter ebenfalls zu Hause – aber OHNE Hebamme.

Dabei waren nur ihr Mann und eine Freundin.

Warum entscheidet sich eine Frau nach einer schwierigen ersten Geburt dafür, beim zweiten Mal auf medizinische Geburtsbegleitung zu verzichten?

War das von Anfang an geplant? Hatte sie Angst?

Und was passiert, wenn man irgendwann feststellt:

Ich möchte nicht noch einmal Kompromisse mit mir selbst eingehen.

Darüber sprechen wir.

Und nein:

Diese Folge ist keine Werbung für Hausgeburten. Und erst recht keine Aufforderung zu einer Geburt ohne medizinische Begleitung.

Das sagen wir schon zu Beginn ziemlich deutlich. Uns geht es nicht darum, Frauen zu erklären, wo sie ihr Kind bekommen sollen.

Uns interessiert etwas anderes:

Was braucht eine Frau, damit sie sich während einer Geburt sicher, gesehen und selbstbestimmt fühlt?

Denn während meine zweite Geburt nicht einmal eine Stunde dauerte und mein Sohn – wie ich gerne sage – wie eine Rakete auf die Welt geschossen kam, dauerten Sirkkas Geburten jeweils mehr als 30 Stunden.

Und trotzdem beschreibt sie ausgerechnet ihre zweite, lange Geburt als absolute Traumgeburt.

Nicht, weil sie schmerzfrei oder schnell gewesen wäre.

Sondern weil sich ihr inneres Erleben verändert hatte.

Sie war zu Hause, verbrachte einen Teil des Tages im Garten, ihre Familie war in der Nähe, später standen Kerzen im Raum und vor allem hatte sie diesmal das Gefühl, ihrem eigenen Prozess folgen zu können.

Wir sprechen über die Rolle von Hebammen und darüber, wie wichtig eine Begleitung sein kann, bei der es wirklich matcht.

Über Sirkkas Entscheidung, Doula zu werden.

Über die Unterschiede zwischen Hebamme und Doula.

Über Ängste vor der Geburt.

Über Verantwortung.

Über medizinische Interventionen und persönliche Grenzen.

Über meine eigenen Erfahrungen mit Ärzten während meiner ersten Schwangerschaft.

Und darüber, warum ein Bauchgefühl nicht automatisch bedeutet, dass Angst verschwindet.

Vielleicht bedeutet Selbstbestimmung nämlich auch nicht:

„Ich habe keine Angst.“

Sondern:

„Ich schaue mir meine Angst an – und entscheide dann, was für mich richtig ist.“

Sirkka bringt es am Ende wunderbar auf den Punkt:

Traut euch hinzuschauen. Seid ehrlich mit euch, wie ihr euer Kind bekommen wollt. Ängste sind normal. Sie dürfen angeschaut werden.

Und ich habe eigentlich nur noch eines hinzuzufügen:

Vertrau dem Prozess. Vertrau deinem Körper. Du kannst das.

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