It's never what you think #46

Episode von Kannste dir nicht ausdenken! von Jule Kieseler · 22. September 2026 · 36 min

Moini ihr Raketen 🚀

Melle und ich machen heute mal den Erklär-Bär.

Wir sprechen heute mal darüber, was wir eigentlich machen, wenn wir nicht gerade in diesem Podcast über Männer, Trauer, Hooligans, Kommentarspalten oder unsere sonstigen geistigen Ergüsse philosophieren. 😄

Denn Melle hat etwas entwickelt bzw. – wie sie selbst sehr korrekt sagt – kuratiert, das inzwischen ein ziemlich wichtiger Bestandteil meiner eigenen Arbeit geworden ist:

MST – die Mental Screenshot Technik.

Eine Methode, mit der wir mit mentalen und emotionalen Blockaden arbeiten – und dabei versuchen, nicht nur auf das offensichtliche Symptom zu schauen, sondern auf das, was darunterliegt.

Melle erzählt von einer Klientin, die bereits sechs Jahre Psychoanalyse hinter sich hatte. Sie hatte ihre Kindheit aufgearbeitet, Zusammenhänge verstanden, vergeben – und trotzdem eine so massive Prüfungsangst, dass sie selbst sagte:

„Ich habe Angst, dass ich dabei sterbe.“

Was schließlich dahinter auftauchte, hatte auf den ersten Blick überhaupt nichts mit einer Prüfung zu tun.

Und genau darum geht es.

Denn manchmal können wir unser Problem mit dem Verstand zehnmal verstanden haben – und trotzdem reagiert etwas in uns weiterhin nach einer ziemlich alten Gebrauchsanweisung.

Ich erzähle von meiner eigenen Zahnarztangst, die plötzlich mit 16 oder 17 auftauchte – obwohl ich vorher nie Angst vor Zahnärzten hatte und auch kein entsprechendes negatives Erlebnis finden konnte.

Bis wir mit MST draufgeschaut haben.

Der Zusammenhang, der dabei auftauchte, hatte mit dem Zahnarzt erst einmal herzlich wenig zu tun.

Und Melle bringt irgendwann ein Bild, das diese ganze Folge ziemlich wunderbar zusammenfasst:

Da ist ein Wasserfleck an der Decke.

Du kannst ihn überstreichen.Du kannst darüber reden, wie du dich mit diesem Fleck fühlst.Du kannst lernen, besser mit dem Fleck zu leben.

Aber vielleicht wäre es irgendwann ganz sinnvoll, nachzusehen, wo eigentlich das Wasser herkommt.

Wir sprechen darüber, wie MST funktioniert, warum es keine Hypnose ist, wie innere Anteile und Visualisierung dabei eine Rolle spielen und warum der Coach dabei eher Co-Pilot als Fahrer ist.

Und wir sprechen auch über die Grenzen dieser Arbeit: Melle macht ausdrücklich klar, dass es nicht darum geht, psychische Erkrankungen oder Traumata eigenmächtig zu behandeln, und dass bei diagnostizierter PTBS oder anderen Erkrankungen gegebenenfalls ärztliche bzw. therapeutische Begleitung und Abklärung dazugehört.

Vor allem aber geht es um die Frage:

Muss ich eigentlich für immer so reagieren, nur weil ich irgendwann einmal gelernt habe, so zu reagieren?

Vielleicht nicht.

Vielleicht dürfen wir irgendwann den alten Rucksack aufmachen, ein paar Steine rausnehmen und feststellen:

Verdammt. So läuft es sich deutlich leichter.

Und nein: Ziel ist nicht, irgendwann völlig mackenfrei, erleuchtet und emotional durchrenoviert durchs Leben zu schweben.

Denn, wie wir in dieser Folge ebenfalls wissenschaftlich zweifelsfrei feststellen:

Leute ohne Macke sind Kacke. 😂

Eine Folge über alte Muster, Ängste, emotionale Blockaden, Hypnose, innere Anteile, unseren manchmal vollkommen ahnungslosen Verstand – und darüber, wie viel leichter das Leben werden kann, wenn wir nicht nur fragen:

„Was stimmt mit mir nicht?“

sondern vielleicht irgendwann:

„Was hat mein System eigentlich irgendwann gelernt – und brauche ich das heute noch?“

Kannste dir nicht ausdenken.

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