Katharina Holzmann über leichte und schwere Texte
Episode von DEAR READER von Mascha Jacobs, Center for Literature · 21. September 2023 · 53 min
Dieses Mal ist Katharina Holzmann bei DEAR READER zu Gast. Sie macht zusammen mit Sascha Ehlert und vielen Freunden und Autor*innen das wirklich gute Musikmagazin DAS WETTER, jetzt schon seit 10 Jahren. Genauso lange wie ich mit ein paar Freunden die Zeitschrift „Pop. Kultur und Kritik“ herausgebe und interessanterweise genauso lange, wie wir mit ein paar Freund*innen 10nach8 bei Zeit Online redaktionell betreuen. Das muss ein gutes Jahr gewesen sein, 2013. Wir hätten unsere Jubiläen heuer alle zusammen feiern können, machen wir aber nicht, leider. Mit Katharina Holzmann könnte sich Mascha Jacobs so einiges gemeinsam vorstellen. Auch wenn sie sich vor der Aufnahme kaum kannten, sich nur ab und an im Nachtleben gesehen haben würde Mascha mit ihr sofort alles oder vieles zusammen tun. So was wie einen Verlag gründen, Quatsch machen, einen Estrich in eine Küche gießen, Haftbefehl-Texte schlecht nachrappen oder andere komplizierte Dinge.
Neben ihrer Arbeit als Redakteurin und Schlussredakteurin bei DAS WETTER hat sie gerade bei Kiepenheuer & Witsch „DAS WETTER: Buch für Text und Musik“ mit herausgegeben. Außerdem schmeißt sie ebenfalls gemeinsam mit Sascha Ehlert, der DAS WETTER gegründet hat und mit David Rabolt den Korbinian Verlag. Sie machen ein interessantes Programm „von unten“ viele Autor*innen waren schon hier bei DEAR READER zu Gast. Hallo Jovana Reisinger, Hallo Cemile Sahin, Hallo Marius Goldhorn, um nur ein paar Autor*innen zu nennen.
Aber zurück zu unserem Gespräch in Maschas Arbeitszimmer. Bevor Katharina auch nur einen Schluck Wein trinken und sich hinsetzen durfte, wurde sie in das Zimmer des 17-Jährigen Sohn gezerrt. Hier findet man nicht nur das große Kind, sondern auch eine Fotowand - Fotos von den Liebsten gespickt mit Das Wetter und Korbinian Verlag-Stickern.
Das war der perfekte Einstieg, etwas peinlich für alle Beteiligten, aber voller Bewunderung und Liebe für die Arbeit von Katharina Holzmann. Danach bekam sie dann auch etwas Alkohol und Zigaretten und wir haben ziemlich schnell auf Aufnahme gedrückt, um nicht alles schon vorher auf dem Balkon auszuplaudern. Man hört uns kichern und schreien und lesen und trinken. Wir sprechen über die Literaturszenen der Weimarer Republik, über Erich Kästner und Juri Sternburg und über Dominik Grafs Doku „Jeder schreibt für sich allein.“ Über „Innere Emigration“ und was Marcel Reich-Ranicki dazu gesagt hätte, über Arno Schmidt, Annette Kelm, Banalitäten, Wahrhaftigkeit, Wortneuschöpfungen, Neue Sachlichkeit, das Lektorieren, Avantgarden, leichte und schwere Texte, und wie sie einander abwechseln sollten und literarische Tricks.
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