Eva Tepest über Sprache und Begehren
Episode von DEAR READER von Mascha Jacobs, Center for Literature · 16. März 2023 · 1 h 00 min
Dieses Mal ist Eva Tepest zu Gast bei Mascha Jacobs. Dey wurde im Rheinland geboren und ist Autor*in und Journalist*in. Mit Lynn Takeo Musiol organisiert dey die Reihe DYKE Dogs in der Schaubühne in Berlin. Eva Tepest war Finalist*in des Open Mikes und des Edit Essaypreises. Gerade ist im März Verlag „Power Bottom. Essays über Sprache, Sex und Community“ erschienen. Eine Sammlung kluger Texte über Begehren, Sprache, Gewalt und Machtbeziehungen. In diesen Texten geht Eva Tepest den „Widersprüchen zwischen sexuellen Fantasien, gelebter Sexualität und politischen Einstellungen“ nach. Eva Tepest fächert die Beziehungen zwischen Ästhetik und Politik, Sexualität und Sprache auf und umkreist diese Spannungsfelder aus einer queer-lesbischen Perspektive. Die formal sehr unterschiedlichen autofiktionalen Texte in „Power Bottom“ sind spielerisch und humorvoll, voller Gegenbewegungen und Unterströmungen.
Für das Gespräch mit Mascha Jacobs hat Eva Tepest den Essayband von Eileen Myles „The Importance of Beeing Iceland. Travel Essays in Art“ mitgebracht. Der Sammelband ist 2009 bei Semiotext(e) in der Reihe Native Agents Series erschienen. Das zweite von Eva Tepest vorgeschlagene Buch hat Mascha Jacobs in der Übersetzung von Marie Luise Knott gelesen. Er ist von Anne Carson, heißt „Albertine. 59 Liebesübungen + Appendizes“ und wurde 2017 von Matthes und Seitz veröffentlicht. Beide Texte haben viel mit Evas eigener Schreibweise zu tun: Sie sind wild, lustig und überraschend und halten sich nicht an konventionelle Genregrenzen.
Eva Tepest und Mascha Jacobs sprechen über Sexualität, emanzipatorische Potenziale, Metaphern, Doppelbewegungen, Essays, formale Entscheidungen, Gesten, Überraschungen, Verführungstechniken, Widersprüche, Scham und Begehren. Die gemeinsamen Lektüren führen zu einem Gespräch über Queeres Schreiben, Sichtbarkeiten, binäre Einteilungen, brüchige Identitäten, Spiellust, Humor, intergenerationale Zusammenhänge und Proust-Entzüge.
Weitere Episoden von „DEAR READER“
- Jehona Kicaj über Sprachlosigkeit 27. November 2025
- Annekathrin Kohout über die Reaktionskultur und Hyperinterpretation 23. Oktober 2025
- Marius Goldhorn über Dopplungen und Gegenwarten 25. September 2025
- Sebastian Guggolz über Vertrauen 24. Juli 2025
- Mara Genschel über instabile Texte 1. Juli 2025
- Simoné Goldschmidt-Lechner über Nerdkultur und Fandom aus migrantisierter Perspektive 22. Mai 2025
- Julia Friese über das Verrecken im Warteraum der Zukunft 24. April 2025
- Aria Aber über Literatur zwischen den Welten 28. März 2025
- Stefanie Sargnagel über Humor, Armut, Freundschaft und unsentimentales Schreiben 19. Dezember 2024
- Enis Maci über gemeinsame Obsessionen und kollaborative Literatur 21. November 2024
- Fabian Saul über Refrains und Verunsicherung 24. Oktober 2024
- Barbi Marković über Allegorien und Abenteuer 26. September 2024
- Maren Kames über Zeitlichkeit und Texte, die atmen 22. August 2024
- Anne Weber über literarische Unerschrockenheit 25. Juli 2024
- Dana von Suffrin über große und kleine Geschichte(n) 28. März 2024