"Die Russen werden auch in zwanzig Jahren keine Demokratie haben”

Episode von Warum denken Sie das? von DIE ZEIT · 21. Oktober 2021 · 2 h 01 min

Auf Putin zugehen oder nicht? Zwei Männer stehen sich in der

Russland-Frage unversöhnlich gegenüber. Im Podcast versuchen sie,

einander zu verstehen. Sollten Deutschland, der Westen, auf Russland

zugehen – trotz der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim, der

Vergiftung und Verhaftung des Oppositionellen Alexej Nawalny und trotz

des rigorosen Vorgehens der russischen Regierung gegen die Opposition im

eigenen Land? Oder sollte Deutschland eher mit Härte und weiteren

Sanktionen reagieren?

Über dieses emotionale und polarisierende Thema streiten im Podcast

"Warum denken Sie das?" zwei Männer, die beide in ihrem Leben eine tiefe

Verbindung zu Russland aufgebaut haben und trotzdem zu zwei sehr

unterschiedlichen Meinungen gelangt sind.

Dieter Dombrowski, 70 Jahre alt, wuchs in der DDR auf und geriet früh in

Konflikt mit der Staatsmacht. Wegen eines missglückten Fluchtversuchs

saß er in den Siebzigerjahren für 20 Monate in Haft und wurde

anschließend vom Westen freigekauft. Später trat er in die CDU ein und

war Vizepräsident des Landtages in Brandenburg. Er ist seit 2015

Bundesvorsitzender der Union der Opferverbände Kommunistischer

Gewaltherrschaft. Für Dombrowski war die Sowjetunion – mit den Worten

Ronald Reagans – das "Reich des Bösen". Putin hält er für einen

Politiker, der seine Machtinteressen "ohne Zögern" umsetzt.

Sein Gegenüber ist Martin Hoffmann, 61 Jahre alt. Er wuchs in Westfalen

in Westdeutschland auf und entwickelte früh eine Liebe zur russischen

Literatur und Sprache. Er studierte Slawistik und widmete große Teile

seines Lebens der deutsch-russischen Verständigung. Er ist seit vielen

Jahren im Vorstand des deutsch-russischen Forums und ist Geschäftsführer

des Petersburger Dialogs. Er argumentiert, Deutschland und Europa würden

in Russland mit Härte nichts erreichen. Die notwendigen Veränderungen im

Land müssten von innen kommen und könnten nicht vom Westen verordnet

werden.

Beide Männer begegnen sich im Studio bei "Warum denken Sie das?" zum

ersten Mal. Wie in jeder Folge geht es auch diesmal um die Frage, wie

beide Seiten zu ihren Ansichten gelangt sind und ob es noch etwas gibt,

was sie verbindet.

In jeder Folge des neuen ZEIT-ONLINE-Podcasts "Warum denken Sie das?"

treffen die Hosts Jana Simon und Philip Faigle zwei Menschen, die in

einer Frage vollkommen unterschiedlich denken. Sie besuchen die Gäste

des Podcasts zu Hause, um zu erfahren, wie ihre Biografien ihr Denken

geprägt haben und wie sie zu ihren Ansichten gelangt sind. Anschließend

begegnen sich die beiden Antagonisten im Studio zum ersten Mal.

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