"Für mich sind das in großen Teilen Nazis"
Episode von Warum denken Sie das? von DIE ZEIT · 9. Juli 2025 · 1 h 42 min
Sollte der Bundestag oder die Bundesregierung jetzt ein
Parteiverbotsverfahren gegen die AfD beantragen? Ja, findet der bekannte
Medienanwalt Christian Schertz. Felor Badenberg, CDU-Justizsenatorin in
Berlin und ehemalige Vizepräsidentin des Bundesamtes für
Verfassungsschutz, ist überzeugt: Ein Verbotsverfahren würde zurzeit nur
der AfD nutzen.
Ein Gutachten des Bundesamtes für Verfassungsschutz schätzt die Partei
als "gesichert rechtsextremistisch" ein. Dagegen ist die AfD juristisch
vorgegangen. Der Verfassungsschutz hat eine sogenannte Stillhaltezusage
gegeben; bis zur Entscheidung des zuständigen Verwaltungsgerichts nennt
er die Partei nicht weiter "gesichert extremistisch". Die SPD will
dennoch ein Verbotsverfahren prüfen, die CDU die Partei lieber politisch
bekämpfen.
In der 22. Folge von "Warum denken Sie das?" diskutieren die Gäste über
Vor- und Nachteile eines möglichen AfD-Verbotsverfahrens und geben ihre
jeweilige juristische Einschätzung zu dessen Aussichten ab.
Felor Badenberg, 50, stammt aus dem Iran, und ist seit 2023
Justizsenatorin in Berlin. In ihrem vorherigen Beruf beim
Verfassungsschutz hat sie maßgeblich am Gutachten zur Einstufung der AfD
als "rechtsextremer Verdachtsfall" mitgearbeitet. Badenberg ist der
Meinung, man könne der Partei in Gänze im Moment keine
Verfassungsfeindlichkeit nachweisen.
Christian Schertz, 59, ist einer der bekanntesten Medienanwälte
Deutschlands. Er hat mehrere Menschen gegen Rechtsextreme verteidigt. Er
hält die Mitglieder der AfD zu großen Teilen für Nazis. Um die
Demokratie zu verteidigen, meint er, sollte der Rechtsstaat alle Mittel
nutzen, die das Grundgesetz zur Verfügung stellt – bevor es zu spät ist.
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