"Das Sondervermögen ist der reinste Verschiebebahnhof"

Episode von Warum denken Sie das? von DIE ZEIT · 4. Oktober 2025 · 1 h 27 min

Das dritte Jahr in Folge wächst die deutsche Wirtschaft nicht,

Großkonzerne wie VW, Bosch und die Lufthansa streichen Tausende

Arbeitsplätze. Trotz des Infrastruktursondervermögens gibt es ein

Milliardenloch im Bundeshaushalt. Und in den kommenden Jahren geht auch

noch die Babyboomer-Generation in Rente.

In der 24. Folge von Warum denken Sie das? diskutieren die Gäste über

Wege aus der Wirtschaftskrise. Marie-Christine Ostermann, 47 Jahre alt,

ist Präsidentin des Lobbyverbandes „Die Familienunternehmer“ und Chefin

des westfälischen Lebensmittelgroßhändlers Rullko. Sie findet,

Deutschland brauche schnelle, mutige Reformen: Steuererleichterungen für

Unternehmen, Bürokratieabbau und Kürzungen bei Subventionen und

Sozialausgaben.

Der Ökonom Jens Südekum, 50, berät als „persönlicher Beauftragter für

die gesamtwirtschaftliche Entwicklung“ den Bundesfinanzminister Lars

Klingbeil. Gemeinsam mit vier Kollegen hat er das 500 Milliarden Euro

umfassende Sondervermögen entwickelt – Schulden außerhalb des regulären

Haushalts –, mit dem der Bund in die Infrastruktur investieren will. Er

meint: Nur durch die Kürzung staatlicher Ausgaben lasse sich

Deutschlands Wirtschaft nicht retten. In der aktuellen Lage sieht er

auch eine Chance: Jetzt lasse sich größere Vermögensgerechtigkeit

herstellen – durch eine Reform der Erbschaftssteuer.

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