"zu ein Haus": Umgangssprache oder Standardsprache? (Grammatik in der Schule | SoSe 2026 | #190)
Episode von Linguistik und Sprachgeschichte des Deutschen von Alexander Lasch · 11. Juli 2026 · 1 h 17 min
Diese Vorlesung beleuchtet das Spannungsfeld zwischen Umgangssprache und Standardsprache. An konkreten Beispielen untersuchen wir, wie grammatische Abweichungen (wie der Zusammenfall von Dativ und Akkusativ) im Schulunterricht konstruktionsdidaktisch und variationslinguistisch aufgearbeitet werden können. Die Vorlesung schlägt dabei eine Brücke zwischen der Analyse von jugendsprachlichen Merkmalen auf der einen und regionalsprachlichen Merkmalen auf der anderen Seite, die sich bis tief in die Geschichte des mitteldeutschen Raumes nachzeichen lassen. Bitte außerdem nicht wundern: Bei "in ganzen Land", einem zunächst nur an der Oberfläche analysierten Beispiele, wird zwar nach Dativ flektiert, durch das Fehlen des Artikels ("dem") bzw. dessen Verschmelzung mit der Präposition ("im") ist der Status dieser Phrase mehr als fraglich und die Nähe zu "in'n Wald" gegeben. Das hätte auch Konsequenzen für den Status des nominalen Flexionsparadigmas. So erklärt sich dann auch "in ihren Schloss": In "ihren" statt "ihrem" überschreibt das "n" als Akkusativmarker (des Artikels?) die Dativflexion im Singular. Diese ist dann identisch mit dem Dativ Plural. Es handelt sich also, wenn man so will, um "Pseudo-Akkusative". Diese Frage behandele ich in der nächsten Vorlesung.Präsentation (*.pdf): Alexander Lasch. 2026. Grammatik in der Schule. Zenodo. DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.19236685. Videoaufzeichnungen: https://youtube.com/@AlexanderLasch. Informationen & Material zu allen Vorlesungen: https://www.gls-dresden.de/tag/podcast_vorlesung/. Worksheet zu den Vorlesungen: https://docs.google.com/document/d/1NH1z5FwzCmA6UOAjwRrhZEDe5fo3Lmq5-3xDLlM2B7Y/edit?tab=t.99a8y21twmjz. Intro: "Reflections" von Scott Holmes (CC BY via FMA).
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