"Am nächsten Morgen in den Wald": Welche Räume öffnen Erzählungen? (Grammatik in der Schule | SoSe 2026 | #189)
Episode von Linguistik und Sprachgeschichte des Deutschen von Alexander Lasch · 20. Juni 2026 · 1 h 02 min
In dieser Vorlesung blende ich von der Ebene der satzwertigen Analyse auf Textebene, um Textprozeduren zu ermitteln und zu zeigen, wie und mit welchen sprachlichen Mitteln Erzählungen Räume öffnen und wie dies im Deutschunterricht genutzt werden kann. Anhand des authentischen Beispiels einer kindlichen Nacherzählung des Märchens "Schneewittchen" wird aufgezeigt, wie mittels temporaler und lokaler Adverbiale (Adverien und Präpositionalphrasen) Räumlichkeit und Figurenkonstellationen konstruiert und strukturiert werden können und der Verlauf einer Erzählung durch die Verkettung mentaler Räume gelingt, die im Beispiel als Orte, Areale und auch soziale Gemeinschaften durch Anordnung von Figuren zueinander in einer Geschichte zu beschreiben sind. Es wird am (authentischen) Beispiel demonstriert, wie Wortarten mithilfe generativer KI automatisiert ermittelt werden können, um interpretativ Adverbiale zu markieren. Darauf aufbauend werden computer- sowie korpuslinguistische Ansätze an Vergleichskorpora genutzt, um (inputoptimierte) sprachliche Mittel (z.B. Adverbien und adverial gebrauchte Präpostionalphrasen) für eine anschließende (prozedurorientierte) kreative Schreibphase der Schüler:innen zu identifizieren, die die Geschichte oder auch nur eine Szene adverbial erweitern.
Präsentation (*.pdf): Alexander Lasch. 2026. Grammatik in der Schule. Zenodo. DOI: https://doi.org/10.5281/zenodo.19236685. Videoaufzeichnungen: https://youtube.com/@AlexanderLasch. Informationen & Material zu allen Vorlesungen: https://kurzelinks.de/fl7f. Worksheet zu den Vorlesungen: https://kurzlinks.de/WorksheetVorlesungen. Intro: "Reflections" von Scott Holmes (CC BY via FMA).
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