Wir gehen nach drüben. DDR-Flüchtlinge in der Bundesrepublik

Episode von historycast - Was war, was wird? von Dr. Almut Finck und Dr. Heiner Wember · 6. Juni 2025 · 33 min

"Rüber machen" von Ost- nach Westdeutschland, das war ein Massenphänomen. Bis zu vier Millionen Menschen machten sich auf den Weg, die meisten vor dem Mauerbau 1961. Zunächst bekam ein großer Teil von ihnen keine Anerkennung als politisch Verfolgte und musste sich in der Bundesrepublik ohne Unterstützung durchschlagen. Sie galten als sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge. Als im wirtschaftlichen Aufschwung Arbeitskräftemangel einsetzte, wurden DDR-Flüchtlinge dann allerdings zu begehrten Fachkräften. Schließlich wurden politische Häftlinge von der Bundesrepublik gegen hohe Devisenzahlungen sogar freigekauft. Der Historiker Helge Heidemeyer benennt im historycast drei Gründe für Fluchtbewegungen nach Deutschland, die bis heute wichtig seien: "Dass seit nunmehr 75 Jahren die Menschen in die Bundesrepublik oder jetzt ins vereinte Deutschland streben, ist doch ein wunderbares Zeichen, dass man hier sicher, dass man hier freiheitlich und dass man hier auch wirtschaftlich gut leben kann." Allerdings beschreibt Heidemeyer auch, dass viele DDR-Geflüchtete in der Bundesrepublik auf wenig Anerkennung stießen und lange brauchten, um sich im Westen heimisch zu fühlen. Vor allem in den 70er und 80er Jahren, als wieder eine hohe Arbeitslosigkeit die Integration erschwerte.

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