AfD in Sachsen-Anhalt: Siegmunds Dilemma

Episode von Hinter der Schlagzeile von CH Media · 8. September 2026 · 15 min

Die AfD holt bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 43,8 Prozent. So viel wie keine Partei seit 1990. Regieren kann sie damit trotzdem nicht.

Sachsen-Anhalt ist ein armes ostdeutsches Bundesland mit gut zwei Millionen Einwohnern. Im Wahlkampf zählte weniger die Migration als die Angst vor dem Abstieg, die tieferen Renten als im Westen und eine gepflegte DDR-Nostalgie. Dazu kommt die russlandfreundliche Haltung der Partei im Ukrainekrieg. Koalieren will keine der anderen Parteien im Landtag mit ihr.

Fraktionschef Ulrich Siegmund leitet aus dem Ergebnis einen Regierungsauftrag ab. Rechnerisch bliebe ihm nur, einzelne CDU-Abgeordnete auf seine Seite zu ziehen oder auf eine Enthaltung des Bündnisses Sahra Wagenknecht im dritten Wahlgang zu setzen. Antreten will er nur mit einer stabilen Mehrheit. Hansjörg Müller, Deutschland-Korrespondent von CH Media, ist skeptisch: «Vielleicht wäre er auch gar nicht so unglücklich, wenn es ihm nicht gelingen würde.»

Wie ist die AfD auf 43,8 Prozent gekommen? Welches Bündnis bliebe der CDU, wenn Siegmund scheitert? Und was bedeutet das Ergebnis für Kanzler Friedrich Merz?

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