Clusterfuck Wohnungspolitik
Episode von Die Geldfrage von Dezernat Zukunft · 31. März 2026 · 23 min
Jedes Jahr gibt der Staat rund 30 Milliarden Euro für Wohnen aus und trotzdem wird es immer schwieriger, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Wie passt das zusammen?
Darüber spricht Philippa Sigl-Glöckner mit Sara Schulte. Gemeinsam klären sie, wie die deutsche Wohnungspolitik heute funktioniert, warum ein Großteil der Mittel gar nicht in neuen Wohnraum fließt und wie politische Entscheidungen der 2000er Jahre die aktuelle Lage geprägt haben.
Das Wichtigste:
Rund 80 Prozent der staatlichen Ausgaben fließen in die Subjektförderung – also in Wohngeld und die Übernahme von Mieten. Nur 20 Prozent bleiben für die Objektförderung, welche Bau, Erwerb und Modernisierung von Wohnraum unterstützt.
Bis Anfang der 2000er Jahre war das Verhältnis von Subjekt- und Objektförderung noch umgekehrt. Seitdem wurde der soziale Wohnungsbau stark zurückgefahren, während die Hartz-Reformen mit den Kosten der Unterkunft ein neues Instrument der Subjektförderung schufen.
Wenn der Staat Wohnkosten übernimmt, treibt das die Mieten weiter nach oben – besonders in ohnehin angespannten Wohnungsmärkten. So fördert man sich in eine wohnpolitische Zwickmühle.
Eine Reduktion der Subjektförderung ist nicht ohne Weiteres möglich. Echte Entlastung lässt sich nur langfristig erreichen: Es braucht höhere Investitionen in den Wohnungsbau, auch wenn das kurzfristig zusätzliche Mittel erfordert.
Zum Nachlesen:
Hier der erwähnte Artikel der Zeit über die Studie
Studie des Dezernat Zukunft „Eine kurze Fiskalgeschichte der deutschen Wohnungspolitik“
Der Bundeshaushaltsmonitor des Dezernat Zukunft
Weitere Episoden von „Die Geldfrage“
- Nach dem PISA-Schock: Chancen im Schulalltag 6. Oktober 2026
- Maultaschen, Milliarden und die Mütterrente: Ein Blick ins Zahlenwerk des Bundeshaushalts 30. Juli 2026
- Bundeshaushalt 2027 (Die Geldfrage live) 6. Juli 2026
- Können die USA es sich leisten, Europa bei KI auszusperren? 23. Juni 2026
- Fantastisches Energiekapital und wo es zu finden ist 4. Juni 2026
- Die neuen Eckwerte: Zwei Haushalte in einem 29. April 2026
- Chinas massiver Vorsprung: Roboter-Revolution in den Fabriken 17. April 2026
- Waffenruhe im Iran? Unsicherheit und Inflationsdruck bleiben 8. April 2026
- Klingbeils Reformrede und warum schnelles Sparen nicht funktioniert 27. März 2026
- Inflationsschock durch Iran-Krieg? 6. März 2026
- Europas Trümpfe gegen Trump 20. Februar 2026
- Kanonen, Butter und Schulden: Wer bezahlt die Aufrüstung? 6. Februar 2026
- 5-Milliarden-Euro-Chance für den Sozialstaat 28. Januar 2026
- Was tun bei Nullwachstum? Lehren aus bisherigen Industrie-Turnarounds 15. Januar 2026
- Jahresrückblick 2025 19. Dezember 2025