Angelika Gifford: "Mitarbeiter durchschauen dich viel mehr, als du denkst"

Episode von Was Chefinnen wirklich denken von DIE ZEIT · 1. Mai 2023 · 54 min

Wie ehrlich sollte man im Job sein? Darum geht es in der neuen Folge

unseres Podcasts "Was Chefinnen wirklich denken". Zu Gast ist Angelika

Gifford, die Vizechefin von Meta für Europa, den Nahen Osten und Afrika.

Die 58-Jährige erzählt, wie sie schwierige Entscheidungen, auch wenn es

um Stellenabbau geht, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

kommuniziert. Ihr Anspruch ist: maximale Ehrlichkeit. Doch das könne in

ihrem Job nicht immer gelingen. Kann sie nicht die ganze Wahrheit sagen,

entscheidet sie sich für Transparenz und kommuniziert ihren Konflikt

offen gegenüber den Mitarbeitenden: "Das kann ich erzählen. Es gibt

weitere Dinge, die kann ich nicht erzählen." Insgesamt, so Gifford, habe

Ehrlichkeit "viel damit zu tun, dass man sich traut".

Im Podcast geht es aber nicht nur darum, wie viel Wahrheit

Führungskräfte ihren Mitarbeitenden zumuten, sondern auch, wie ehrlich

Mitarbeitende selbst gegenüber ihren Führungskräften sein können. Sollte

man sagen, wenn man überfordert ist – oder gefährdet man damit die

nächste Beförderung? "Ich würde nicht uneingeschränkt sagen: Ja, erzähl

mal, wenn du überfordert bist", sagt Gifford. Man müsse genau abwägen,

was man wie erzähle und in welcher Phase seiner Karriere. Denn:

"Ehrlichkeit kann auch für dich ein Nachteil sein."

An den Satz "Privat bin ich ganz anders" glaubt sie nicht. "So komplett

anders zu sein, das geht nicht. Aber auch ich bin privat ein Stück weit

anders", sagt Angelika Gifford.

Sie erreichen das Podcastteam unter [email protected].

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