035 Wintervorbereitung beginnt im August: der Fehler, den fast jeder macht

Episode von Honigraum von Markus Habermehl · 24. Juli 2026 · 11 min

Ob ein Bienenvolk den Winter übersteht, entscheidet sich nicht im Winter. Es entscheidet sich im

August. Diese These stellt Markus Habermehl an den Anfang dieser Honigraum-Folge, und sie

erklärt gleich den häufigsten Fehler in der Wintervorbereitung: zu spät anzufangen.

Der Grund liegt in der Biologie. Sommerbienen leben nur wenige Wochen, sammeln und pflegen die

Brut, dann sind sie verbraucht. Winterbienen dagegen leben mehrere Monate, tragen das Volk durch

die kalte Jahreszeit und haben einen völlig anderen Stoffwechsel mit mehr Reservestoffen. Genau

diese Winterbienen werden im Spätsommer und Frühherbst aufgezogen, also im August. Wenn dann

die Rahmenbedingungen nicht stimmen, sind die Winterbienen von Anfang an geschwächt, egal was

im Oktober noch unternommen wird.

Zwei Stellschrauben entscheiden laut Markus über gesunde, langlebige Winterbienen:

Die Varroa-Belastung rechtzeitig senken, nicht erst im Herbst.

Früh genug füttern, damit das Volk beim Ansetzen der Winterbienen bereits gut versorgt ist.

Der typische Fehler: Wintervorbereitung erst im Oktober oder November zu starten. Zu diesem

Zeitpunkt sind die Winterbienen längst angelegt und durch eine späte Varroa-Behandlung oder zu

spätes Füttern womöglich schon geschädigt. Im Spätherbst bleibt dann nur noch Kontrolle und

Restentmilbung übrig, die eigentliche Weichenstellung ist längst gelaufen.

Sein eigener Zeitplan: Fütterung spätestens ab dem 1. August, die Varroa-Behandlung jetzt im

Spätsommer erledigen. Interessant ist außerdem sein Hinweis auf Studien, die Zuckerwasser

gegenüber Invertzuckerfutter im Vorteil sehen, weil die Bienen das Futter dabei selbst umarbeiten.

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