Die Adoption und der Eingriff in den Stammbaum – Steuertricks, Scheidungsfallen und Freudentränen

Episode von Familie verfahren? Ein Blick hinter die Kulissen des Familienrechts von Christian Bruns · 16. Juli 2026 · 24 min

Wer an Adoption denkt, hat oft Bilder von Säuglingen und langen Wartelisten im Kopf. Die Praxis an den deutschen Familiengerichten sieht indessen völlig anders aus. Den rechtlichen Alltag bestimmen Stiefkinder, die in neue Familienstrukturen integriert werden sollen, sowie zunehmend Volljährige, die andere Erwachsene adoptieren.

In dieser Folge von „Familie verfahren?“ werfen wir einen genauen Blick auf den wohl stärksten Statuswechsel, den das Familienrecht kennt. Wir klären, warum das Gesetz bei der Adoption von Kindern die bisherigen Verwandtschaftsverhältnisse vollständig kappt („starke Wirkung“), während diese bei der Erwachsenenadoption grundsätzlich bestehen bleiben („schwache Wirkung“).

Dabei besprechen wir auch die aktuellen systematischen Schwachstellen des Gesetzes: Wir beleuchten die Problematik der sogenannten „Ex-Stiefkinder“, bei der das Scheitern einer Ehe zu rechtlich geradezu paradoxen Folgen für das Kind führen kann. Zudem betrachten wir die strengen Maßstäbe der Volljährigenadoption und erörtern, unter welchen Voraussetzungen das Familiengericht Anträge abweisen muss, wenn anstelle einer gewachsenen familiären Bindung primär erbschaftsteuerliche Motive im Vordergrund stehen.

Ein strukturierter Überblick über die materiellen und verfahrensrechtlichen Grundlagen der Adoption – sachlich, dogmatisch präzise und eng an der gerichtlichen Praxis.

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