Der „Blaue Engel“ für Software
Episode von Digitalgespräch von Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung · 2. Juni 2026 · 35 min
Der Blaue Engel, das Umweltzeichen der Bundesregierung, kennzeichnet Produkte, deren Herstellung und Anwendung vergleichsweise wenig schädliche Folgen für Ökosysteme und Ressourcen haben. Und im Bereich IT macht der Blaue Engel seit kurzem sichtbar: nicht nur Hardware, sondern auch die darauf laufende Software kann für sich allein betrachtet mehr oder weniger umweltfreundlich sein. Tatsächlich kann man sich leicht klar machen, dass Energieverbrauch bei Rechenoperationen und Datentransport von der konkreten Softwaregestaltung abhängen. Und die Nutzbarkeit und Langlebigkeit von Hardware hängen massiv davon ab, dass gute Software zur Verfügung steht, mit der Geräte dauerhaft und nutzerfreundlich funktionieren. Das Umweltbundesamt hat dieses Problem im Blick und zeichnet mit dem Blauen Engel nicht nur erste umweltfreundliche Vorbilder aus, sondern setzt auch Standards und entwickelt Kriterien für umweltfreundliche Softwareprodukte. Was genau steckt hinter diesem Gedanken, und wie präsent ist er in Diskussionen um den Ausbau von Digitalität und der Entwicklung neuer Technologien – Stichwort KI-Boom?
Anna Zagorski ist Umweltinformatikerin und arbeitet am Umweltbundesamt zu den Themen Green IT, Green Coding und softwarebedingte Obsoleszenz. Im Digitalgespräch erklärt die Expertin, welche Idee hinter dem Blauen Engel für Software steht, nach welchen Kriterien er vergeben wird, und wie Verbraucher:innen ein Gefühl für die Energie- und Ressourceneffizienz von Software entwickeln können. Sie erklärt, wie sich die Fachkultur in der Informatik angesichts energiehungriger Technologien und spürbarer Ressourcengrenzen ändern muss, und wo neue Ausbildungsinhalte ansetzen könnten. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert Zagorski, welche Rolle Open Source-Produkte für die Umweltverträglichkeit von Software spielen, welche Spielräume für die ressourcenbewusste Gestaltung von Software vorhanden sind, und wie gut sich Zielsetzungen für digitale Souveränität und umweltfreundliche Softwareentscheidungen kombinieren lassen.
Link zum Originalbeitrag: https://zevedi.de/digitalgespraech-079-anna-zagorski
Link zur Produktseite „Blauer Engel für ressourcen- und energieeffiziente
Softwareprodukte“: https://www.blauer-engel.de/de/produktwelt/software
Link zum Forschungsbericht "Analyse der softwarebasierten Einflussnahme auf
eine verkürzte Nutzungsdauer von Produkten":
https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/analyse-der-softwarebasierten-einflussnahme-auf
Link zur Übersicht „Vernetzung mit Folgen: 13 Schritte gegen Software-Obsoleszenz“:
https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/vernetzung-folgen-13-schritte-gegen-software
Link zum Vortrag von Gabriel Yoran auf der Digitalmesse re:publica26: "Die Entkrempelung der Welt: Warum die Dinge des Alltags schlechter werden":
https://www.youtube.com/watch?v=poaUjtVM3pQ
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