Der fehlende digitale dritte Raum

Episode von Zerhackt und Hochgefahren von Marc Hasselbach · 26. August 2026 · 36 min

Früher war man im Internet nicht nur, um etwas zu konsumieren. Man war da.

Im IRC. Im Forum. Beim Internetradio. Auf irgendeinem kleinen Server mit Menschen, deren echten Namen man manchmal nicht einmal kannte – und mit denen trotzdem Gemeinschaft entstand.

Heute sind wir stärker vernetzt als je zuvor. Gleichzeitig bestehen große Teile unseres digitalen Lebens aus Feeds, Bühnen, Reichweite, Personal Branding und Doomscrolling. Jeder Klick wird gemessen, jeder Moment verwertet und selbst „Authentizität“ wird zur Strategie.

Was dabei verloren gegangen ist, könnte der digitale dritte Raum sein: ein Ort zwischen Zuhause und Arbeit, an dem niemand etwas von uns will. Kein Kauf. Kein Like. Kein Algorithmus. Kein Zweck. Ein Ort, an dem Menschen einfach sein, reden, ausprobieren, schweigen und wiederkommen dürfen.

In Episode 26 von Zerhackt und Hochgefahren geht es deshalb nicht um nostalgische Internetromantik, sondern um eine ziemlich aktuelle Frage:

Warum bauen wir technisch immer mächtigere digitale Systeme – aber kaum noch digitale Orte, an denen Menschen wirklich gerne sind?

Es geht um Internetradio und IRC, Klarnamen und Pseudonyme, Fediverse und offene Protokolle, das Casino-Prinzip von Social Media, digitale Dorfplätze, Werkstätten und Sommerfeste – und um eine FOSDEM-Konferenz, die gezeigt hat, wie sich ein echter digitaler Raum tatsächlich anfühlen kann.

Vielleicht brauchen wir nicht noch eine Plattform.

Vielleicht brauchen wir wieder einen Ort.

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