Was denkst du über den Valentinstag?
Episode von Von Boom bis Z von frauenseiten Bremen - Frauen lernen gemeinsam e.V. · 12. Februar 2026 · 26 min
Rote Rosen, teure Geschenke und romantische Dinner zu zweit – der Valentinstag ist jedes Jahr allgegenwärtig. Gleichzeitig löst er bei vielen Menschen längst ambivalente Gefühle aus. In der neuen Folge des Podcasts "Von Boom bis Z " sprechen Jana und Maite darüber, was der 14. Februar heute noch bedeutet, welche Erwartungen damit verbunden sind und für wen dieser Tag eigentlich gemacht ist.
Schulzeit-Erinnerungen und Erwartungsdruck
Beide gehören der Gen Z an und teilen ähnliche Erinnerungen an ihre Schulzeit: Rosenverkäufe in den Klassen, öffentliche Liebesbotschaften und das bange Hoffen, selbst „auserwählt“ zu werden. Rückblickend beschreiben sie diese Rituale als ausgrenzend, leistungsorientiert und stark von heteronormativen Vorstellungen geprägt. Wer keine Rose bekam, blieb sichtbar zurück und wurde früh mit romantischen Idealen und Vergleichen konfrontiert.
Zwischen Konsum, Normen und Alternativen
Ein zentrales Thema der Folge ist die Kommerzialisierung des Valentinstags. Maite erläutert, dass die Rosenpreise im Gartencenter, in dem sie arbeitet, zu dieser Zeit stark ansteigen. Das wirft die Frage auf: Wie viel Bedeutung kann ein Geschenk wirklich haben, wenn es aus sozialem Druck gekauft wird? Jana und Maite betonen ausdrücklich, dass es nicht grundsätzlich falsch ist, Liebe zu feiern. Das Problem liegt darin, dass Liebe auf ein einziges Beziehungsmodell reduziert wird. Der Valentinstag spricht nach wie vor überwiegend monogame, heterosexuelle Paare an. Queere Menschen, Singles oder Menschen, die keine romantische Beziehung suchen, werden dabei oft ausgeschlossen. Deshalb gilt der Galentine’s Day (13. Februar) als wichtige Alternative: ein Tag, um Freundschaften zu feiern. Gemeinsam Zeit verbringen, kochen, einander wertschätzen – ganz ohne Shopping-Stress. Laut Jana und Maite ist dieser Ansatz Ausdruck einer persönlichen und zugleich politischen Haltung. Auch romantische Komödien und Romance-Romane kommen zur Sprache. Trotz ihrer oft klischeehaften Darstellungen gestehen Jana und Maite ein, diese Formate gelegentlich als „Guilty Pleasure“ zu genießen. Entscheidend sei, Fiktion und Realität voneinander zu trennen – und Beziehungen nicht mit unrealistischen Medienbildern zu vergleichen.
Zum Abschluss betonen sie die Bedeutung offener Kommunikation: ob und wie man Valentinstag feiern möchte, welche Wünsche und Grenzen bestehen – und dass man sich dabei nicht von Social Media, Werbung oder äußeren Erwartungen leiten lassen muss. Liebe zeigt sich nicht an einem bestimmten Datum, sondern in bewusster Zuwendung, gegenseitigem Respekt und gelebter Verbundenheit.
Selina Yener
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