Guilty Pleasures: Schuld oder Genuss?

Episode von Von Boom bis Z von frauenseiten Bremen - Frauen lernen gemeinsam e.V. · 2. Juli 2026 · 47 min

Eine Generationen-Diskussion

Wir alle kennen sie: diese kleinen (oder großen) Dinge, die uns Freude bereiten – und gleichzeitig ein schlechtes Gewissen machen. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff **Guilty Pleasure**? Wer definiert, was „schuldig“ oder „peinlich“ ist? Und vor allem: Überwiegt am Ende die Schuld – oder der Genuss?

Mit diesen Fragen setzen sich Renate, Jasmin, Joline und Andrea n der neuen Folge des queerfeministischen Generationenpodcasts *Von Boom bis Z*** auseinander.

Was ist ein Guilty Pleasure?

Der Begriff geistert seit Jahren durch Social Media – besonders bei jüngeren Generationen fast schon inflationär genutzt. Doch was bedeutet er eigentlich?

Laut Definition geht es um **schuldige oder heimliche Vergnügen**: Dinge, die uns Freude bereiten, die wir aber gleichzeitig als sinnlos oder peinlich empfinden. Oft steckt dahinter nicht nur unsere eigene, sondern auch eine **gesellschaftliche Bewertung**, die das schlechte Gewissen weckt.

Erstmals tauchte der Begriff 2004 im *Urban Dictionary* auf. In Deutschland wurde er vor allem durch **Ashley Tisdales Album *Guilty Pleasure*** (2009) populär.

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### **Generationengerechte Perspektiven: Von Babywünschen bis Trash-TV**

Doch ab wann überwiegt die *Guilt* das *Pleasure*? Die Antworten der vier Podcasterinnen könnten unterschiedlicher nicht sein – und zeigen: **Die Definition hängt stark von der Generation ab.**

- **Andrea** (fast Boomer): Erinnert sich an Zeiten, in denen der Wunsch nach einem Baby ein *Guilty Pleasure* war – lange bevor der Begriff überhaupt geläufig war.

- **Jasmin & Joline** (Gen Z): Sehen ihre *Guilty Pleasures* eher im **Schauen schlechter Filme oder Trash-TV** (um sich danach darüber aufzuregen), im **Zocken** oder in experimentellen Essenskombinationen wie *Spekulatius mit Gewürzketchup*.

Doch nicht alles muss schuldig sein: **Die *Twilight*-Saga wird vehement verteidigt**, und auch das *Traumschiff* bleibt nicht unkommentiert. Renate bringt die Diskussion auf den Punkt: *Guilty Pleasures* sind oft Dinge, die wir selbst vielleicht nicht perfekt finden – die uns aber trotzdem faszinieren.

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### **Kapitalistische Selfcare und philosophische Pommes**

Anhand von Listen deutscher *Guilty Pleasures* hangeln sich die Vier durch die absurden und nachdenklichen Aspekte des Themas:

- **Selfcare**: Warum fühlen wir uns schuldig, wenn wir uns um uns selbst kümmern? Spielt hier der **kapitalistische Markt** eine Rolle, der Selfcare mit Konsum verknüpft? Oder liegt es an **patriarchalen Gender-Rollen**?

- **Fast Food**: Ein veganer Burger oder Pommes im Freibad – klar, das schmeckt. Aber warum fühlen wir uns dabei schuldig? Und **wem gegenüber** eigentlich?

- **Prokrastination**: Wir schieben wichtige Aufgaben auf – und räumen stattdessen zum zehnten Mal die Wohnung um. Doch wo bleibt da der Genuss?

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### **Guilty Pleasures als Coping-Strategie**

Die Diskussion wird philosophisch: **Guilty Pleasures können nützlich sein!**

- Als **Eskapismus** oder *Self-Soothing* (Selbstregulation) helfen sie, mit Stress, Traumata oder einfach einem anstrengenden Alltag umzugehen.

- Auf gesellschaftlicher Ebene regen sie zum **Hinterfragen moralischer Normen** an.

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### **Rebranding: Brauchen wir einen neuen Begriff?**

Angesichts all dieser Erkenntnisse stellt sich die Frage: **Ist „Guilty Pleasure“ überhaupt noch zeitgemäß?**

Die Podcasterinnen plädieren für Alternativen wie:

- **„Joyful Indulgences“** (freudige Verwöhnung)

- **„Tiny Personal Luxuries“** (kleine persönliche Luxusmomente)

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### **Der ultimative Reality-Check**

Damit ihr sicher geht, dass eure *Pleasures* wirklich bereichernd sind, hat **Jasmin eine Checkliste** parat:

✅ **Fühlst du dich hinterher besser oder schlechter?**

✅ **Hast du es unter Kontrolle – oder kontrolliert es dich?**

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