Wie viel Marge bringt KI wirklich? Ein Mittelständler rechnet es vor

Episode von For Professional Investors Only von Christoph Fröhlich & Malte Dreher · 31. August 2026 · 38 min

Robin Sudermann hat zehn Mitarbeiter, die keine Menschen sind. Sie haben eine Aufgabenbeschreibung, durchlaufen ein Onboarding von einer Woche, stehen im Organigramm und werden nach drei bis sechs Monaten in Rente geschickt, weil sie dann überholt sind.

Der CEO der Kölner talentsconnect AG und Raphael Wischnewsky, dort verantwortlich für Finanzen und Recht, haben ihr eigenes Unternehmen in zwölf Monaten radikal auf KI umgebaut. Und sie legen dabei Zahlen offen: Die EBITDA-Marge drehte in 36 Monaten von minus 30 auf plus 30 Prozent. Wie viel davon wirklich auf KI entfällt und wie viel auf klassisches Aufräumen, rechnen die beiden im Gespräch mit Christoph Fröhlich Stück für Stück auf.

Für die Finanzbranche wird es konkret, wenn vier Personas auf den Tisch kommen: der 63-jährige Makler mit 700 Bestandskunden und einer Schrankwand voller Ordner. Die Backoffice-Leiterin, die als Einzige weiß, warum ein Prozess seit 2011 genau so läuft. Der Vertriebler mit prallem Kundenbuch kurz vor der Rente. Und der Fondsmanager, der Dotcom, 2008 und Corona im Sessel erlebt hat. Wer davon lässt sich agentisieren und wo ist Schluss?

Dazu: warum unaufgeräumte Unternehmen an KI eher scheitern als profitieren. Wem der digitale Klon eines Mitarbeiters gehört, wenn der kündigt. Was die Compliance einer Fondsgesellschaft zu alldem sagt. Und warum eine Hauptversammlungspräsentation heute acht Stunden dauert statt zwei Wochen.

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