kweercare soirée #3 | Mentale Gesundheit ist Care-Arbeit

Episode von Studio-Lookout-Salon: Der Podcast für Architektur, Design, Kunst und Soziokultur von Roger Furrer & Maximilian Grieger · 18. Oktober 2026 · 1 h 01 min

Queere Menschen in der Schweiz sind psychisch deutlich stärker belastet. Das liegt nicht daran, dass sie queer sind, sondern an Diskriminierung, Unsichtbarkeit und Minderheitenstress. Im Podiumsgespräch der kweercare soirée #3 «Mentale Gesundheit ist Care-Arbeit» geht es um zwei Fragen: Was trägt queere Menschen durch schwierige Zeiten? Und wer ist dafür verantwortlich, dass es ihnen besser geht? Das Gespräch wurde am 22. September 2026 in der Kaserne Basel aufgezeichnet.

Laut der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2022 des Bundesamts für Statistik treten Depressionssymptome bei homo- und bisexuellen Menschen mehr als doppelt so häufig auf wie bei heterosexuellen Menschen. Bei trans und nonbinären Menschen sind Depressionen und Angststörungen fast viermal so häufig wie bei cis Menschen. Die Gäste diskutieren, was das für Medizin, Politik und Community bedeutet.

Auf dem Podium:

– Alessandra Widmer, Co-Geschäftsleiterin der Lesbenorganisation Schweiz (LOS)

– Dr. med. David Garcia Nuñez, Psychiater und Leiter des Universitären Zentrums für Geschlechtervarianz am Universitätsspital Basel

– Tobias Urech, Historiker, Doktorand zum Projekt Freund*innenliebe, Drag-Künstler (Mona Gamie) und ehemaliges Vorstandsmitglied der Milchjugend

Moderation: Maximilian Grieger und Roger Furrer, kweercare

Darüber sprechen wir:

– Minderheitenstress: Warum viele kleine Abwertungen eine grosse Wunde hinterlassen

– Die LGBTIQA+ Mental Health Strategie der Schweizer Dachverbände und wie es mit ihr weitergeht

– «Care in der Care»: Warum queere Patient*innen in Kliniken oft selbst Aufklärungsarbeit leisten müssen

– Soziale Transition, Familie und Arbeitsplatz als zentrale Faktoren für psychische Gesundheit

– Community als Schutzfaktor, aber auch als Ort von Normdruck

– Care als politischer Begriff und warum Self-Care allein die Welt nicht besser macht

– Queere Freundschaft als Lebensform, von historischen Liebesbriefen bis zur Wahlfamilie

Das Publikum war über eine Live-Umfrage beteiligt. Gefragt wurde unter anderem, was in schwierigen Zeiten Halt gibt und wer am stärksten in der Pflicht ist, mentale Gesundheit zu stärken.

Wenn dich das Gespräch beschäftigt und du mit jemandem Neutralem sprechen möchtest, ist die LGBTIQ Helpline per Telefon, E-Mail oder WhatsApp erreichbar: lgbtiq-helpline.ch

kweercare ist ein Verein mit Sitz in Basel, der sich für queersensible Kultur, biografieorientierte Fürsorge und inklusive Räume einsetzt. Die kweercare soirée ist eine öffentliche Gesprächsreihe über Care, Identität und Community. Mehr Informationen und nächste Termine gibt es auf kweercare.ch

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