Sterbehilfe - Sterbebegleitung alternativenlos, alternativ oder ganz anders?

Episode von Sozialwissenschaftliche Fakultät - Digitale Hochschulschriften der LMU von Ludwig-Maximilians-Universität München · 21. Juli 2008

Wie verfestigt sich das moderne Postulat „Sterbebegleitung statt Sterbehilfe!“ zum Mythos,

welche Mythen stehen dahinter und was geschieht durch diese Mythisierung auf

den unterschiedlichen Ebenen sozialer Praxis?

Aus der Perspektive eines systemtheoretisch informierten Konstruktivismus beantwortet

Eva Koppehele diese Frage dreifach: Sie analysiert und typisiert den Diskurs über Sterben

und Tod

- auf der gesellschaftlichen Ebene am Beispiel soziologischer Argumentationen,

- auf der organisationellen Ebene am Beispiel organisationeller Verlautbarungen und

- auf der Interaktionsebene am Beispiel biografischer Narrationen Betroffener und themenzentrierter

Experteninterviews.

Mit der Konstruktion strukturell verschiedener und variantenreicher Typen weist sie

nach, dass es nicht ‚die’ richtige Sterbebegleitung ‚gibt’, sondern dass der Umgang mit

Tod und Sterben kommunikativ erzeugt wird. Indem sie zeigt, wie dies geschieht, kann

sie die morallastigen Forderungen jenes Begleitungsmythos in differenziertere Thesen

umformulieren und als adäquatere Handlungsanleitungen anbieten.

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