# 29 Wenn du dein Baby nicht sofort über alles liebst | Darf Bindung Zeit brauchen?

Episode von Schwangerschaft und Babyzeit - zwischen Zweifel und Zuversicht von Julia Leikam · 22. September 2026 · 14 min

Folge 29 – Wenn du dein Baby nicht sofort über alles liebst

Darf Bindung Zeit brauchen?

Das Baby wird geboren. Es wird dir auf die Brust gelegt. Du schaust es an – und plötzlich ist da diese unbeschreibliche, überwältigende Liebe.

So stellen wir uns diesen ersten Moment oft vor.

Aber was, wenn es sich ganz anders anfühlt?

Was, wenn da zunächst vor allem Erschöpfung ist? Erleichterung? Überforderung? Vielleicht sogar ein Gefühl von Fremdheit?

Und was, wenn du dich dann fragst:

„Warum fühle ich nicht das, was ich doch eigentlich fühlen müsste?“

In dieser Folge sprechen wir über eine Erwartung rund ums Mamawerden, über die viel zu selten gesprochen wird: dass die große Mutterliebe in dem Moment da sein müsse, in dem wir unserem Baby zum ersten Mal begegnen.

Du erfährst unter anderem:

• warum es nicht den einen „richtigen“ ersten Moment mit deinem Baby gibt

• weshalb Geburt und Erschöpfung deine Gefühle zunächst überlagern können

• warum Bindung nicht nur aus einem überwältigenden Gefühl besteht

• wie Beziehung auch in den vielen kleinen Momenten der Fürsorge wachsen kann

• weshalb Vergleiche mit anderen Müttern zusätzlichen Druck erzeugen können

• warum du kein bestimmtes Gefühl erzwingen musst

• weshalb auch das Muttersein Zeit brauchen darf

• warum ein schwieriger oder anders verlaufener Start nicht eure gesamte Beziehung bestimmt

• und wann es wichtig ist, psychische Belastungen nach der Geburt ernst zu nehmen und sich Unterstützung zu holen

Vielleicht beginnt die Liebe zu einem Baby manchmal tatsächlich in einer einzigen überwältigenden Sekunde.

Und vielleicht beginnt sie manchmal ganz leise.

Mit einem Blick.

Mit einer Berührung.

Mit einem gemeinsamen Morgen.

Mit dem langsamen Kennenlernen.

Deine Beziehung zu deinem Baby muss nicht in einer einzigen Sekunde entstehen. Sie darf wachsen.

Wenn du merkst, dass es dir nach der Geburt psychisch nicht gut geht oder du mit deinen Gefühlen allein nicht zurechtkommst, sprich bitte darüber und wende dich an eine medizinische oder psychologische Fachperson. Du musst mit einer starken psychischen Belastung nicht allein bleiben.

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