Hamburg ist nicht ... Marstal (Ostsee

Episode von Ring2, das Hamburg Logbuch von Erik Hauth · 31. Juli 2026 · 9 min

Marstal (Insel Aeroe, DK), 18 Grad, Regenschauer.Morgen gibts Sturm und der liegt auch schon in der Luft und in den vorüber jagenden Wolken.

Jedes Jahr versuchen wir, die Hosts des @stpop Podcast, @nudiscowilli , @alfetta und ich, uns ein paar Tage rauszunehmen aus unseren Alltagen, um uns einen neuen Ground außerhalb unserer Hamburger Hood anzusehen. Frischer Input fürs Fußballherz.Wir sind schon weit herumgekommen. Brescia, Glasgow, Kolding, Aarhus oder Odense (in letzter Zeit zieht es uns nach DK).Seit letztem Wochenende hab ich da einen neuen Kandidaten: den Ground des Marstal FC auf der dänischen Insel Ærø.

Ich war schon vor über zehn Jahren quasi aus Versehen dort gelandet, als ich Einhand den altehrwürdigen Hafen von Marstal besuchte.

Der Fußball war rumpelig, dafür waren die Leute nett (so ein bisschen wie in Glückstadt). Die Stadionwurst war lecker, Bier gab’s von der lokalen Craft Bier Brauerei. Sogar einen Menschen im FCSP Trikot hab ich getroffen.Lustigerweise liegt das Stadion an der „Reeperbahnen“, der Straße in der die langen, schweren Leinen der Segler gedreht wurden (Reepen). Kommt einem doch herzlich bekannt vor, oder?Die St. POP Episode aus Kolding ist immer noch lustig:

Übrigens, in Marstal tut sich was.

Vor einigen Jahren schrieb ich folgende 500 Zeichen in meinen Blog:

Auf Marstal liegt so eine Grundbedrücktheit, die man beinahe greifen kann. Überall Verfall. Noch nicht mal der örtliche Puff findet Freier, Marstal verschwindet langsam.

Das zerfledderte Schild der ‘Bageri’ erneuert keiner. Marstal hadert, ein Jahrhundert nach seiner größten Blüte, und versinkt in Bedeutungslosigkeit.

Und doch erwächst immer wieder etwas Neues im alten Rott. Unten am Hafen hat ein neues Café aufgemacht.

Das probier ich mal aus. Soviel Mut soll man belohnen.

Das Café gibts immernoch. Und auch wenn die lokale Bäckerei immer noch geschlossen ist, beleben sich die alten Docks am Hafen zusehends; eine neue Räucherei, neue Cafés am Fähranleger, mittendrin lauter Loeppe- also Flohmärkte, die sich in alten Maschinenhallen einnisten - und trotzdem ist da überall diese schöne Patina, die von jahrzehntelangem Verfall übrig bleibt statt “Hafencitys” wie in HH (oder Aarhus)

Wer mehr über die Dänsiche Sydsee erfahren möchte, der höre gerne meinen Podcast dazu:

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