Virtual Backrooms
Episode von Projektionen Kinogespräche von Marcus Stiglegger, Benjamin Johann · 19. Juni 2026 · 1 h 03 min
Der Film Backrooms greift die Ästhetik liminaler Räume auf – etwa leere Büroflure, endlose Korridore oder verlassene Übergangszonen. Diese wirken vertraut und fremd zugleich, da sie ihren ursprünglichen sozialen Kontext verloren haben. In den Backrooms wird diese Erfahrung radikalisiert: Die Räume erscheinen als Simulationen von Alltagsarchitektur, die zwar die Form realer Orte nachahmen, jedoch keinen funktionalen Bezug zur Realität mehr besitzen. Damit erinnern sie an Baudrillards Idee des Simulakrums, in dem Zeichen und Abbilder nicht länger auf ein reales Original verweisen, sondern eine eigenständige Hyperrealität erzeugen. Zugleich lässt sich das unheimliche Gefühl der Backrooms durch Fishers Hauntology erklären: Die Räume wirken wie Geister einer verlorenen Moderne, bevölkert von den Spuren einer Vergangenheit oder Zukunft, die nie vollständig gegenwärtig werden konnte. In diese Episode diskutiert Marcus mit dem Filmkritiker Ipke Cornils, warum Backrooms vermutlich der richtige Film zur Zeit ist.
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