#231 Der Traum, die Illusion die mich mein Denken erleben lässt

Episode von Perfekt Imperfekt von Gabriel Beyer · 17. Oktober 2026 · 12 min

Folge 231 - Der Traum, die Illusion die mich mein Denken erleben lässt

Kennst du das Holodeck aus Star Trek? Ein Raum, in dem alles projiziert wird. Boden, Decke, alle Wände, Surround Sound. Und du stehst mittendrin, und es sieht genauso echt aus wie wenn du draußen über die Erde läufst. So beschreibe ich gern, wie wir Menschen leben. Ein 360-Grad-Projektionsraum, und der Projektor sitzt in uns.

Ich hab jahrzehntelang in diesem Raum gewohnt, ohne zu wissen, dass es einer ist. Ich dachte, das sei die Welt. Ich bin unsicher, weil ich nun mal so bin. Der Tag ist mies, weil der Tag mies ist. Der Autofahrer macht mich wütend, weil er mich wütend macht. Und ich hab in dieser Welt ziemlich viel gelitten, Zeiten erlebt, in denen ich nicht sein wollte, und mich gefragt, wie ich da rauskomme. Ich hab an den Wänden gekratzt, hab versucht, die Bilder zu reparieren. Bessere Bilder, schönere Bilder. Und es blieb ein Raum.

Was ich nicht gesehen hab: Ich kann die Welt gar nicht anders wahrnehmen als durch mein Denken. Ich denke etwas und fühle es im selben Moment mit meinem ganzen Körper. Herz, Haut, Muskeln, alles reagiert. Und genau deswegen fühlt es sich so echt an. Das ist kein Fehler, sondern ein fantastisches Werkzeug, das wir da mitbekommen haben. Die ganze Bandbreite des Menschseins, von Hölle bis Himmel. Nur ist es nicht die Realität. Es ist meine Realität. Eine Illusion, eine Fata Morgana, die ich aus meinem eigenen Denken erschaffe.

Und das Schöne ist: Sobald ich sehe, dass es ein Projektionsraum ist, kann ich aufwachen. Nicht für immer, aber für einen Moment. Ich trete einen Schritt zurück und sehe: Ah, fuck, das ist der Mechanismus. Ich hab gerade wieder eine Welt gebaut, aus drei Informationen und einem Haufen Bedeutung.

Und das bin nicht ich. Ich bin nicht der Film. Ich bin der, der ihn denkt. Der vor dem Denken schon da war. Und der nächste frische Gedanke baut eine neue Welt, und die alte ist weg.

Das heißt nicht, dass ich jetzt draußen stehe. Die Illusion ist so verdammt echt, dass ich den Riss in der Leinwand nur ab und zu sehe. Ich falle ständig rein und ich werde mein Leben lang reinfallen, so sind wir nun mal gebaut. Aber ich wache immer wieder auf. Nicht immer, aber immer öfter.

Ich will die Illusion übrigens gar nicht loswerden. Ich will nur wissen, dass ich im Kino sitze. Dann darf der Film auch mal traurig sein.

In der Folge rede ich darüber, was dieser Traum ist, warum er sich so echt anfühlt und was passiert, wenn man für einen Moment daraus erwacht.

Mehr über mich und meine Arbeit: gabrielbeyer.org

Ich wünsche dir was.

Gabriel

Weitere Episoden von „Perfekt Imperfekt“

Alle Episoden von Perfekt Imperfekt · Mehr Health Fitness-Podcasts