Food Fake News auf Social Media im Faktencheck (017)
Episode von Mut zum Risiko | AGES Podcast von Roland Achatz & Elisabeth Dottolo · 16. Juli 2026 · 28 min
20 Kilo abnehmen bis zum Urlaub mit Proteinshakes und einem Schuss Sahne? Adaptogene, die Stress besiegen? Eine Kur, die die Leber auf Knopfdruck reinigt? Ernährungs-Influencer:innen versprechen auf Social Media Wunder. Ernährungsmediziner und AGES-Geschäftsführer Johannes Pleiner-Duxneuner analysiert Videos aus dem Netz und erklärt, was dran ist, was fehlt und woran man Desinformation sofort erkennt.
Proteinshakes statt Frühstück, Adaptogene gegen Stress, Saftkuren zum Entgiften der Leber, Darmreinigung über Nacht: Auf TikTok, Instagram und YouTube kursieren täglich Tausende Ernährungsvideos mit Heilsversprechungen, versteckter Werbung und Halbwahrheiten. Manche erreichen Millionen Menschen, die meist jung, sportbegeistert und auf der Suche nach dem schnellen Weg zur Wunschfigur sind.
In Folge 017 von “Mut zum Risiko” spricht Moderatorin Elisabeth Dottolo mit Ernährungsmediziner Johannes Pleiner und der Studentin Emily Kubera vom Wiener Uni-Projekt “Food Facts statt Fake News” am Podcast-Tisch Klartext. Gemeinsam nehmen sie fünf echte Social Media-Videos auseinander, nennen konkrete Warnsignale für Ernährungs-Fakenews und geben Hörer:innen das Werkzeug, das sie brauchen, um selbst zu erkennen: Fake News oder Food Fact !?
Was steckt in den fünf Challenge-Videos?
High-Protein-Diät & Proteinfasten: 16 kg in zwei Wochen – was wirklich passiert, wenn Muskelmasse schwindet statt Fett.
Adaptogene & Biohacking: Ginseng, Reishi, Maca – die dünne Studienlage hinter dem großen Versprechen.
Nahrungsergänzungsmittel: Warum ein Experte mit Medizin im Namen nicht automatisch ein Mediziner ist.
Leber-Detox: Sellerie, Limette, Apfel – was die Leber wirklich kann und was Presssäfte daraus machen.
Darmreinigung: Kefir, Leinsamen, Olivenöl – sinnvolle Lebensmittel in einem fragwürdigen Kontext.
Checkliste: Fünf Red Flags auf Social Media
Extreme Versprechungen: 20 Kilo in 3 Wochen, garantiert Muskeln aufbauen – Extremversprechen sind fast immer ein Warnsignal.
Versteckte Werbung: Greift die Person zufällig zum eigenen Produkt? Dann ist das kein Zufall.
Falsche Autorität: Ein Medizin-klingender Profilname ersetzt keine abgeschlossene Ausbildung – Hintergrund immer überprüfen.
Pseudowissenschaft: Studien belegen das – ohne Quellenangabe: Welche Studie? Bei wem? Mit welchem Effekt?
Emotionaler Druck: Du MUSST zu dieser Community gehören – Community-Appelle manipulieren statt zu informieren.
Kapitel
00:00 - 03:59 Influencer-Video: 20 Kilo abnehmen bis zum Urlaub. Ernährungsmediziner: Was stimmt, was fehlt, was ist gefährlich?
04:00 - 07:16 Wie erkenne ich Falschinformationen? Taktiken und Querchecks. Wie gefährlich können Desinformationen wirklich werden?
07:17 - 08:35 Warum treffen Food Fake News junge Zielgruppen besonders hart?
08:36 - 09:53 Warnsignale – Checkliste: Fünf Red Flags auf Social Media
0954 - 11:47 Challenge-Start: Emily Kubera & das Projekt Food Facts statt Fake News
11:48 - 13:42 Challenge Video 1: High-Protein-Diät & Proteinfasten
13:43 - 15:44 Challenge Video 2: Adaptogene & Biohacking
15:45 - 18:20 Challenge Video 3: Nahrungsergänzungsmittel & selbsternannte Expert:innen
18:21 - 21:24 Challenge Video 4: Detox & Leberreinigung
21:25 - 24:04 Challenge Video 5: Darmreinigung & Mikrobiom
24:05 - 27:00 Takeaways: Hinterfragen, Querchecken, Wundermitteln misstrauen
27:01 - 27:48 Abschluss & Verabschiedung
Medienkompetenz als Schutz
Der AGES Risikobarometer 2024 zeigt: Österreicher:innen vertrauen bei Ernährungsfragen häufig schnell verfügbaren, emotional aufgeladenen Quellen, auch wenn sie der Wissenschaft widersprechen. Diese Folge dreht das Verhältnis um: Evidenzbasierte AGES-Expertise erklärt, was hinter den Trends steckt, und stärkt die Medienkompetenz besonders bei jungen Zielgruppen, die täglich mit diesen Inhalten konfrontiert sind.
Seriöse Quellen zum Querchecken
Österreichische Ernährungsempfehlungen
Ernährungsempfehlungen auf einen Blick (AGES)
Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE)
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
AGES Risikobarometer: Risikoeinschätzung verschiedener Berufsgruppen
Disclaimer: in Gesprächen kommt es teilweise zur Verwendung der maskulinen Form. Diese ist als generisches Maskulinum zu verstehen. Alle Personenbezeichnungen beziehen sich, sofern nicht anders angemerkt, auf alle Geschlechter.
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