Wie wird man Rockstar, Jochen Rausch?
Episode von Moreno+1 von DER SPIEGEL · 11. Juli 2023 · 58 min
Er war der wohl mächtigste Radiomanager Deutschlands, hat Udo Lindenbergs erfolgloseste Platte gemacht und schreibt mittlerweile Bestseller. Jochen Rausch über Krieg, Shitstorms und das Geheimnis großer Rockstars.
Jochen Rauschs kommt 1956 auf die Welt, sein Berufswunsch steht recht schnell fest: Rockstar. Vielleicht nicht der naheliegendste Traum, wenn man in einer Reihenhaussiedlung in Wuppertal groß wird. Rausch gründet mit einem Freund eine Band, bekommt einen Plattenvertrag bei einem großen Label und bringt 1982 sein erstes Album heraus. Weil es nicht sofort zum Mega-Erfolg wird, gibt er die Musikkarriere erst mal auf und wird Journalist beim Westdeutschen Rundfunk. Später gründet er »Eins Live« einen öffentlich-rechtlichen Radiosender für junge Menschen. Die deutsche Radiolandschaft ist danach für immer eine andere.
Später nahm Rausch seine Musikkarriere wieder auf und produzierte mit Udo Lindenberg das Album »Baby, wenn ich down bin«, das erfolgloseste Album, das Lindenberg jemals gemacht hat. »Ich finde es allerdings bis heute wirklich gut«, erklärt Rausch lachend. Nicht zuletzt, weil seine Arbeit als Schriftsteller alles andere als erfolglos ist. Rausch hat mehrere Bestseller geschrieben, darunter die Kurzgeschichtensammlungen »Trieb« und »Wut«. 2013 erschien sein Roman »Krieg«. Die Verfilmung feierte Premiere bei den Filmfestspielen in Venedig und wurde 2018 zum »Fernsehfilm des Jahres« gewählt.
Sein aktuelles Buch heißt »Im Toten Winkel« und erzählt die Geschichte der ungewöhnlichen Ermittlerin Marta Milutinovic.
Jochen Rausch spricht im SPIEGEL-Podcast »Moreno+1« über seine Jugend in Wuppertal, die Musik, die ihn prägte, seine Zeit als Chef der erfolgreichsten Jugendwelle Deutschlands und die Angst seiner Eltern vor Krieg, die ihn bis heute prägt.
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