TEIL 2: BIENNALE VENEDIG 2026 – WER DARF DIE WELT BESCHREIBEN? KUNST, KOLONIALGESCHICHTE UND DER GLOBALE SÜDEN

Episode von Kunst und Gegenwart von Prof. Dr. Harald H.H.W. Schmidt · 27. Mai 2026 · 17 min

Die Biennale Venedig 2026 ist zu groß für eine Folge – deshalb beginne ich mit der Hauptausstellung. Kuratorin Koyo Kouoh hat eine Ausstellung hinterlassen, die Europa konsequent von außen betrachtet: Kolonialgeschichte, Rohstoffausbeutung, Migration und kulturelle Macht werden überwiegend von Künstlern aus Afrika, der Karibik, Südamerika und Indonesien erzählt. Das Ergebnis ist weniger eine Kunstschau als eine geopolitische Bestandsaufnahme – in vergleichsweise ruhigem Tonfall, mit Themen, die alles andere als ruhig sind. In dieser Folge: Johannes Phokela zu Kolonialismus und niederländischer Handelsmacht, der Kongo-Pavillon zu Kupfer und digitaler Lieferkette, Michael Armitage, Ayrson Heráclito und die Frage, ob Kouohs Konzept der „Minor Keys" aufgeht.

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