Die Psychologie des Wohnens und des Loslassens - Ausmisten für Raum und Seele
Episode von Krempel de Luxe von Claudia Knobloch · 9. Januar 2026 · 39 min
Wohnpsycholog Uwe Linke gibt Einblicke in den Zusammenhang zwischen Ordnung und Wohlbefinden und erklärt, warum es uns so schwerfällt, Sachen auszumisten und loszulassen.
Wie wir wohnen und wie unser Zuhause aussieht, ist laut Uweein Spiegelbild von dem, wie wir uns darstellen wollen, was praktisch ist, aber auch dem was uns unterbewusst am meisten entspricht. Manchen Menschen brauchen cleaneOberflächen, andere brauchen viele Dinge um sich herum, um sich aufgehoben zu fühlen. Wenn das Zuhause auch die Emotionen befriedigt, fühlen wir uns darin 100% wohl.
Unordnung erzeugt dabei immer Stress. Trotzdem hebenMenschen Dinge auf, weil an Sachen auch Erinnerungen und Sehnsüchte hängen: An großartige Reisen, an ein geplantes Hobby, an Menschen. Um die Dinge loszulassen, die mansachlich betrachtet nicht braucht, muss laut Uwe etwas anderes kommen, an das meine seine Wünsche und Hoffnung hängen kann. Man muss etwas anderes finden, das einen glücklich macht.
Das man sogar Sachen aufhebt, die einen an Menschenerinnern, mit denen man gar nichts mehr zu tun haben will - den Tennisschläger des Ex-Mannes - hängt damit zusammen, dass diese Dinge uns an alte, bekannte Bindungen erinnern. Diese alten Bindungssysteme sind tief ins Gehirn eingeprägt, so dass wir sie energiesparend aufrufen können. Erst wenn wir unsvon alten Konzepten - und den dazugehörigen Dingen - verabschieden, uns auf etwas Unsicheres einlassen, können neue Bindungen entstehen. Und ein Gefühl von Freiheit.
Ausmisten ist so auch immer ein Prozess des Loslassens, derein wertschätzendes Begleiten braucht. Oft es daher einfacher, wenn die Sachen noch eine weitere Benutzung kommen und nicht auf dem Müll landen.
Beim Neugestalten von Wohnungen sollte laut Uwe das Bauchgefühl der leitende Gedanke sein. Mit Moodboards und Collagen kann man passende Farben herausfinden. Wichtig ist auf jeden Fall aber genügend Stauraum für jedesFamilienmitglied, damit das Chaos gar nicht ausbricht. Auch Beschriftungen helfen, damit Ordnung gehalten werden kann.
Am Ende stauen die Leute oft, wie viel sie mit ihren vorhandenen Möbeln und Räumen machen können, wenn sie nur in sich und ihre Bedürfnisse hineinspüren.
Weitere Episoden von „Krempel de Luxe“
- Möbelrücken bei Lebensumbrüchen - Wenn das Zuhause nicht mehr passt 16. Oktober 2026
- Entrümpeln als Abschiednehmen – Klaus Grimberg über „Die Sachen meiner Mutter“ 27. September 2026
- Zeugen von Flucht und Versöhnung: Wenn Gegenstände Geschichten erzählen 4. September 2026
- Volle Kassen, leere Kisten - Flohmarkt-Tipps vom Profi 8. August 2026
- Best of Krempel de Luxe: Was wir in 14 Folgen gelernt haben 8. Juli 2026
- Loslassen, um anzukommen: Umzug in eine Seniorenresidenz 5. Juni 2026
- Antiquitäten unter dem Hammer - Einblicke in ein Auktionshaus 15. Mai 2026
- Schwarzes Gold oder Sondermüll? Was alte Schallplatten heute wert sind 1. Mai 2026
- Villa Sand – Vom zugerümpelten Haus zur einzigartigen Ferienimmobilie 17. April 2026
- Downsizing im Alter: Weniger Dinge, mehr Lebensqualität 2. April 2026
- Ausmisten mit KI? Wie ReCircle Impact ungenutzte Dinge zurück in den Kreislauf bringt 20. März 2026
- Kleiderspenden mit Wert und Wirkung 6. März 2026
- KUNST-STOFFE – Material retten statt wegwerfen 20. Februar 2026
- Stoff für den Briefmarkenjunkie – Briefmarken bewerten und verkaufen 6. Februar 2026
- Schätze in Gold und Silber - Münzen bewerten und verkaufen 23. Januar 2026