Neue Verbindungen knüpfen – die neue Togo-Ausstellung
Episode von Gegen die Gewohnheit von Ethnologisches Museum und Museum für Asiatische Kunst · 25. September 2026 · 24 min
Neue Verbindungen knüpfen – die neue Togo-Ausstellung
Das Ethnologische Museum Berlin bewahrt heute etwa 1.600 Cultural Belongings aus Togo. Sie sind zum großen Teil während der Kolonialzeit ins Museum gelangt, als Togo von 1884 bis 1914 deutsche Kolonie war. Welche Rolle können diese Gegenstände heute spielen, um neue Verbindungen zwischen den Menschen in Deutschland und Togo zu knüpfen? Dieser Frage widmet sich die Ausstellung „Tisser de nouveaux liens“, also „Neue Verbindungen knüpfen“, die ab 26. November 2026 im Humboldt Forum zu sehen sein wird. Sie ist entstanden in enger Kollaboration zwischen Berliner Museumsmenschen, Akademiker*innen und Künstler*innen aus Togo – zeitgenössische Kunst steht neben den kolonialzeitlichen Gegenständen im Zentrum der Ausstellung. Für diesen Podcast haben wir uns mit drei Menschen, einem aus jeder Gruppe, über ihre Arbeit an der Ausstellung unterhalten.
Interviewpartner*innen in der Reihenfolge ihres Auftritts:
Camille Tété Azankpo ist ein autodidaktischer Künstler aus Lomé, Togo. Zunächst als Schildermaler mit einem Zusatz in Metallverarbeitung ausgebildet, arbeitet er seit 1996 zunehmend künstlerisch. Grundlage seiner Arbeiten sind häufig Alltagsgegenstände, denen er neues Leben einhaucht.
Dr. Kokou Azamede ist Germanist und Kulturwissenschaftler an der Universität von Lomé in Togo. Seine Forschungsschwerpunkte sind Transkulturalität, die deutsche Missionsarbeit und Kolonisierung sowie koloniale Fotografie in Westafrika. Seine Arbeit ist immer wieder auch transdisziplinär, so war er 2021 an der Produktion „Wir Schwarzen müssen zusammenhalten“ an den Münchener Kammerspielen beteiligt.
Dr. Verena Rodatus ist verantwortliche Kuratorin für die Sammlungen West- und Südliches Afrika am Ethnologischen Museum Berlin. Von 2015 bis 2021 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Kunst Afrikas an der Freien Universität Berlin. Als Kuratorin ist sie maßgeblich an der Restitution der während der Zeit des deutschen Kolonialismus illegal ausgeführten Kulturgüter aus Kamerun beteiligt.
Weitere Episoden von „Gegen die Gewohnheit“
- Die Neue: Henrietta Lidchi 31. Juli 2026
- Sprechende Matten aus Kenia 29. Mai 2026
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